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C.V. Jørgensen – Tempo & timing (Valentin, L. Hybel); Indian Summer, 1988.

Der dritte Jørgensen in meiner kleinen Reihe hat das Vornamenkürzel C.V., wobei C für Carsten, V für Valentin steht. Den Valentin hat er sich allerdings als Künstlernamen dazu gesucht. Und Achtung: Hier haben wir einen weiteren Monolithen, und ebenfalls jemanden, der mit sehr einprägsamer, nicht unbedingt gefälliger Stimme singt. 1950 im idyllischen Norden Kopenhagens geboren, startet er 1974 in seine musikalische Karriere. Es sind seine Texte, die ihn so unglaublich bedeutsam machen. Beißend satirisch ohne Rücksicht auf Gruppen, egal ob universitäre Intelligenzija oder Kleingärtneridyll, dazu mit einer phantastischen Metaphorik wird er im heutigen Dänemark vor allem als Dichter gefeiert, und die Bezeichnung „der dänische Dylan“ ist nicht falsch.
Waren die 70er für C.V. ein Jahrzehnt, in dem seine Kreativität förmlich explodierte, so entpuppten sich die 80er eher als Durststrecke. Nach „Tidens Tern“ von 1980, das Aufnahme fand in den nationalen dänischen Kulturkanon, fand er erst gegen Ende der 80er zu seiner alten Größe zurück. „Indian Summer“ erschien 1988, den Titelsong coverten unter anderen Sort Sol als einzigen dänisch sprachigen Song in ihrem Repertoire, und aus dem gleichnamigen Album spiele ich „Tempo & Timing“ für euch. In den 90ern entwickelte C.V. Jørgensen eine völlig veränderte musikalische Sprache – er entfernte sich vom Rock und verwendete Jazzelemente, seine Musik war nicht länger temporeich und mitreißend, sondern spröde und äußerst verstiegen.
Tempo & Timing
Mitternacht – halt mich wach, bis ich umfalle
Bis meine Schwarzseherei ausbleicht
Und meine Welt in Späne fällt
Stille – leiste mir Gesellschaft, während ich warte
Zeig mir all deine Talente
Halt mich aufrecht und pack mich in Watte, wenn ich kippe
Leerlauf – rocke und rolle mich, bis ich lalle
Bis mein IQ fällt
Und mein Ego abdankt
Dummheit – gib mir Paroli, bis ich flenne
Pflanz ein Lächeln auf meine Lippen
Lass mich an einem Ort fallen, den es nicht gibt
Das Tempo hängt, die Stimmung ist blau
Und der Beat, den wir vermissen, wird von anderen gemacht
Das Timing hält & wir werden alte Männer
Ehe der Geist von Achtundsechzig sich erneut unserer bemächtigt
Morgengrauen – gib mir Vertrauen, bis ich schwanke
Bis mein Steckenpferd steigt
Und mein Hochmut fällt
Wahrheit – lass mich vergessen, wen ich kenne
Zünde meine Kerze an beiden Enden an
Nimm mich mit nach draußen, wo ich keine Wurzeln schlagen kann
https://da-dk.facebook.com/pages/C-V-J%C3%B8rgensen/14274705484
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Say yes, at least say hello.