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Anonym
Registriert seit: 01.01.1970
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Bono ist ein Gutmensch, also ich meine ein schlechter, äh, ein schlechter Gutmensch sozusagen, wahrscheinlich sogar der schlechteste aller Gutmenschen (wenn man einigen Beiträgen hier Glauben schenken mag). Er setzt sich u.a. für die Bekämpfung von AIDS, für einen fairen Handel und den Schuldenerlass der „3. Welt“ ein. Außerdem unterstützte er die Opfer des damaligen Bürgerkrieges in Bosnien-Herzigowina.
Die Firma U2 Unlimited hat Ihren Hauptsitz in den Niederlanden und zahlt somit nur einen sehr geringen Steuersatz.
Bono zahlt als Privatmensch seine Steuern in Irland. Einen Teil seiner Einnahmen versteuert er also zu einem sehr geringen Steuersatz. Das kann man kritisieren, dennoch sollte man bedenken, dass die Firma U2 Unlimited nicht nur aus Bono besteht. Es ist ein großes Unternehmen mit einigen Angestellten, die sich um alles kümmern, was mit und rund um U2 geschieht. Wenn man dies nun kritisiert, sollte man damit nicht alles schlecht machen, d.h. in einen Topf werfen, was Bono an sozialem Engagement an den Tag legt. Den zweifelsfrei lobenswerten Einsatz der „ONE CAMPAIGN“ sollte man dadurch nicht kaputtreden.
Ob alle Entscheidungen des U2 Managements, sowohl was Marketing, als auch was das Musikalische angeht, immer im Sinne aller Beteiligten abgelaufen sind, dass steht auf einem anderen Blatt. Bruce Springsteen kann auch ein Lied davon singen (im wahrsten Sinne des Wortes ;-)…
Doch zur Musik: Das neue Album versprüht für U2 Verhältnisse eine schöne Leichtigkeit und Unbekümmertheit. Es scheint so, als haben sie Balast abgeworfen. Ich erninnere mich an Pressemeldungen, in denen Eno davon sprach, U2 wollen Songs schreiben, „that will be played forever“, es war die Rede von „Future Hymns“. Es scheint U2 sind gescheitert, oder auch nicht? Man hat sich frische Produzenten ins Boot geholt und ich gehe davon aus, dass einige der Songs noch gar nicht so viele Studiostunden auf dem Buckel haben. Wann hat man U2 das letzte Mal so unbekümmert gehört?
….California
At the dawn you thought would never come
But it did
Like it always does
Whoa, oh, you know
And all I need to know is
There is no, yeah, there is no end
To love…
Davor
Bar-Bar-Barbara, Santa Barbara
Und man sieht den Film vor Augen, begleitet von den Beach Boys Chören, eine junge Band, energiegeladen, unbekümmert, lachend läuft durch die Straßen der „State Street“, und Abends haben sie vielleicht ein Konzert im „Chase Palm Park“ besucht. Die Unbekümmertheit ist musikalisch sehr gut eingefangen worden. Und auch die zuckersüße Untermalung des Refrains in Form der Synthesizer passt wunderbar. Eine sehr gelungene Symbiose aus Text und Musik.
Das Album hat viele Songs, die im Radio laufen könnten (und wahrscheinlich nicht oft zu hören sein werden), mit tollen Melodien, die ich schon alle im Ohr habe. Es ist Pop, manchmal Rock und auch etwas Disko. Das Album ist für U2 eine sehr persönliche Rückkehr und Besinnung auf die Musik.
P.S. Und für die Zukunft kündigt Bono auch gleich was an, nämlich die Entwicklung an einem neuen digitalen Format (mit Apple). Soll mir Recht sein, solange die Band auch weiterhin so gute Songs in petto hat.
P.P.S. Und außerdem würde mich mal interessieren, ob die eifrigen Bono Kritiker auch eine weiße Weste besitzen, wenn es ums Geld geht ;-)…
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