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Anonym
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SouthernManund die BBS haben schon wieder eine Rezi über das Album veröffentlicht – und sie ist sogar gut! Sind die BBS dann eigentlich immer noch böseböse oder jetzt wieder lieb?
Und ist das neue Yes Album jetzt doch plötzlich klasse?I don’t know!
Ich denke, mit den BBS sollte man schon vorsichtig sein. Besonders Herr Brückner genießt dort ein fast schon unantastbares Ansehen. O.k., er ist (manchmal) ganz gut in seiner musikalischer Analyse, wobei er (zu) oft erstmal versucht mit musikalischem Wissen (oft Aufschlüsselung der unterschiedlichen Rhythmen einer Platte) zu glänzen und sich dadurch die Maske des „Prog Experten“ aufsetzt, die er dann durch geschicktes Formulieren aufrecht erhalten kann. Er ist bestimmt sehr belesen, das will ich ihm nicht absprechen. Doch wenn man sich einige seiner Rezensionen durchliest, findet man oft obszöne, vulgäre Sprache…das ist echt ziemlich niedriges Niveau auf der einen Seite. Und auf der anderen mimt er den Mr Prog. Mir ist aufgefallen, dass wenn Brückner ein Album zerlegt, die babyblaue Gemeinde gleich mit einstimmt. Bei den ersten Kommentaren zum neuen Pink Floyd Album, das im Herbst erscheinen soll, hat Brückner auch dazu beigetragen, das Album schon jetzt schlecht zu machen…Oder andere babyblaue Menschen weichen vom Kaufwunsch ab, wenn Brückner seinen Zeigefinger hebt…
Ich möchte keine Lanze für Wigger brechen, doch in seiner Kritik über die BBS hat er nicht ganz unrecht, wobei ich seine Argumentationskette zum neuen YES Album ansonsten nicht ganz nachvollziehen kann.
Doch nun nochmal zu „Heaven & Earth“ und einem erstaunlicherweise ganz neuem Hörerlebnis (ich muss gestehen, dass ich die Platte erst jetzt wirklich fassen kann). Dazu gehört natürlich ein Hören ohne Vorurteile. Wie hat George Michael eine Platte genannt? „Listening without prejudice Vol. I“…
Es gibt sie, die guten Songs, es kommt nur drauf an, was man hören will und erwartet. Denn was bitte schön ist an Songs wie „To Ascend“, „Believe again“ oder „The game“ falsch, außer, dass es kein zweites „South side of the sky“, „Close to the edge“ oder „Heart of the sunrise“ ist?
Und „Subway walls“ ist lässt doch die Herzen von „Prog Fans“ höher schlagen, das ist unstrittig, selbst in den Verissen…
Ich selbst sehe das Album mitlerweile nicht mehr bei *, sondern über **1/2. Und die Produktion mag nicht optimal sein, besonders beim Opener, aber es gibt auch gelungene Klangerlebnisse, z.B. „The Game“, „Subway walls“ oder „Light of the ages“, das ich meiner Aufzählung der wirklich gelungen Songs auch hinzufügen möchte, nicht nur klanglich.
Das Album ist einer krassen Vorverurteilungswelle zum Opfer gefallen. Aber auf der anderen Seite müssen die Leute ja heutzutage ihren Frust loswerden ;-), und Internetforen eigenen sich dafür doch wunderbar…
P.S. Die Produktion erinnert mich an Fish’s „Fellini Days“ und noch an einige andere Scheiben, auf deren Namen ich jetzt nicht komme. Man kann nicht behaupten, dass das Klangbild wirklich schlecht ist, ich würde es eher mit ungewöhnlich und etwas altmodisch beschreiben. Es ist zwar keine besonders basslastige Produktion, dafür jedoch sehr ausgewogen. Da gibt es ganz andere Katastrophen, z.B. „Radiation“ von Marillion.
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