Re: steinplatten

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blitzkrieg-bettina

Registriert seit: 27.01.2009

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Motown

„Auf den Groove kommt es an.“

Berry Gordy

Sunny & The Sunshines

Zur Band

Seit 1959 versuchte der ehemalige Boxer Berry Gordy den Spirit des „Young America“ mit seinen Labeln Motown und Tamla-Records einzufangen. Bands wie die „Supremes“, die „Temptations“ oder die „Ronettes“ sorgten für reissenden Absatz beim jungen, musikbegeisterten Publikum.
Der frische Pop-Sound brachte eine ganze Generation von Amerikanern zum tanzen, und half zu dem noch bestehende Rassengrenzen spielend zu überwinden.
Nun, dachte sich der findige Gordy, vielleicht braucht good old Germany auch etwas von diesem beschwingten Sound? Und gerade im steifen Norden, namentlich in Hamburg, würde den Leuten etwas Auflockerung ganz gut tun? Nun, dachte sich Berry, wiederhole ich doch einfach das „Supremes“-Konzept!
Also eine schlanke, sehr in den Zeitgeist passende Schönheit als Lead-Sängerin, quasi die Diana Ross der Truppe. Eine etwas kurvenreichere zweite Sängerin, die die Rolle einnimmt die bei den Supremes Florence Ballard innehatte. Und schliesslich die Mary Wilson der Band, also eine Hintergrundsängerin mit glasklarer Stimme.
Schnell wurden die 3 „Sunshines“ wie die Truppe genannt wurde, gefunden, und zwar mit Sunny Olsen, Jayny Thoreau und Wanda Shirrel in der oben erwähnten Rollenverteilung.
Doch leider wurde nicht nur die Band-Konstellation des Detroiter Vorbildes übernommen, sondern auch die diversen Reibereien innerhalb des Band-Gefüges, welche schließlich zum Niedergang und Ende führten, wurden nahtlos übernommen.

Krise

So wie sich bei den Supremes Diana Ross nach und nach in den Vordergrund spielte, nahm bei den Sunshines bald Sunny Olsen die Führungsposition ein, so dass die Band in „Sunny & The Sunshines“ umbenannt wurde. Und so wie es bei den Supremes mit der Karriere von Florence Ballard bald stetig bergab ging, so wurde hier Jayny Toreau von Sunny völlig ausgebootet, um schließlich auf dem Kiez zu landen. Auch Wanda Shirrel ging es nicht wirklich gut, so dass sie in den Achtzigern mit ihrer Autobiografie „Ich war ein Sonnenschein“ eine bittere Abrechnung mit dem Showbusiness ablieferte.

Weitere Karriereverlauf der einzelnen Bandmitglieder

In den Siebzigern wurde es Jayny und Wanda so viel dass sie schließlich die Sunshines verließen um ihre – selbstverständlich erfolglosen – Solokarrieren zu starten. Berry ersetzte sie durch Irmgard Petersen alias Sonya Songbird und Mathilde Primelhuber, Künstlername Miranda Primette, zwei Hamburger Abiturientinnen die von der großen weiten Welt träumten und daher ihre große Hoffnung darin sahen dass das weltberühmte Label Motown auch in der Hansestadt eine Niederlassung hatte. Doch auch sie konnten den Niedergang der Sunshines nicht mehr aufhalten, so dass die Band schliesslich aufgelöst wurde, und die Karrieren von Sonya und Miranda genauso im (Elb)-Sande verliefen wie die von Jayny und Wanda.

Tracklist „The Sunshines“:

Love, Love, Love
Flowering Love everywhere
Love, love and nothing else
Smooth love inferno
Don’t hit me, my darling
Why don’t you love me anymore?
Love’s shining like the bright sun
Love isn’t shame
Love is like a flying bird
Don’t cry, honeybunny!

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Man hatte uns als Kindern das Ende der Welt versprochen, und dann bekamen wir es nicht.