Re: Martin Rossiter (Ex-Gene) – The Defenestration of St Martin, 26.11.2012

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ragged-glory

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Er hat sie noch, die alte, bebende Stimme, die für uns Ausgestoßene und Verfemte sang und die so super litt, in „Your Love, It Lies“, „Speak To Me Someone“ oder „Love Won’t Work“. Dass aus Gene und Deutschland niemals Liebe wurde und die Kritiker in England Martin Rossiter für die ihm nun mal eigene Morrissey-Stimme kritisierten, gehört zu den kapitalen Rätseln der Menschheit.

Natürlich klang Rossiter immer etwas beleidigt, doch das tat Morrissey, der freilich besser aussah, doch auch! Something in the water? Wir werden es nie erfahren. Bis „Libertine“ (man achte auf die Dylan-Pastiche „We’ll Get What We Deserve“) machte Rossiter wacker weiter, nun, mehr als zehn Jahre später, folgt „The Defenestration Of St Martin“, ohne Begleitband, dafür mit Klavier.

Der zehnminütige, fulminante Einstieg „Three Points On A Compass“ („The only thing I got from you was my name/ This stupid name“) ist gerade kurz genug, „No One Left To Blame“ behandelt die alten Themen Zurückweisung, Trotz, Unverständnis und Schwäche, und „I Must Be Jesus“ schlägt dem Fass den Boden aus: „I must be Jesus/ There’s no other explanation for this pain/ I’ve been put on earth to suffer for no reason.“ Jarvis durfte wenigstens den Abwasch machen.

Die große Frage ist: Vermissen wir das Muskelspiel der Band („Fighting Fit“), die Martin Rossiter immer so stumm und selbstlos begleitete? Nein, das tun wir nicht. Kein Fenstersturz aus Trauer, sondern Einsicht in die Notwendigkeit. No more walking in the shallows.

(7.4) Jan Wigger

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