Re: Suicide – Alan Vega + Martin Rev

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optimist

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@friedrich

Der Nachfolger von „Saturn Strip“, das von Freund Ric Ocasek kommerziell ausgerichtete und erstaunlich harmlos produzierte „Just A Million Dreams“ von 1985, zeigte deutlich das Dilemma von Alan Vega. Griffige Songs für eine grössere Hörerschaft konnte er nicht liefern und so interessierte er mit seiner Kunst dann doch mehr das den Alternativen zugewandte Publikum.

Die „Deuce Avenue“ von 1990 schwelgt so vornehmlich minimalistisch im Stakato-Rhythmus. Ganz prima gefällt mir der gebremst schmachtende Elvis-Vega auf „No Tomorrow“. Es ist insgesamt ein sehr durchwachsenes Album, so wie sein auch nur wenig mehr überzeugender Nachfolger „Power On To Zero Hour“ von 1991. Dort höre ich einen stärkeren Hip-Hop-Einfluss heraus. Hier sind die besten Tracks: „Doomo Dance“ und „Quasi“

„New Raceion“ von 1993 wurde professioneller produziert als die beiden Vorgänger-Alben. Ich werte dieses Album als einen weiteren Versuch ein grösseres Publikum zu gewinnen. Auf “ Keep It Alive“ wird zusammen mit Ric Ocasek nochmals der Geist vom „Saturn Strip“ Album aus der Flasche gelassen. Der herausragender Track ist „How Many Lifetimes“. Das zusammen mit einer gewissen Liz Lamere geschriebene Stück offenbart eine Symbiose aus Vega’s Rockabilly-Auswürfen und der Melodielinie einer vermutlich gesampelten Trompete(!). Es ist die vielleicht abwechslungsreichste Platte von Alan Vega.

Sein 95er Werk „Dujang Prang“ ist mein Favorit seiner Neunziger Jahre Alben. Direkt und dicht produziert erinnert mich die Rhythmik bei einigen Stücken stark an „Minister Of Noise“, einem Samplekünstler, der seine Alben ausschliesslich in den Neunzigern veröffentlicht hat.
Meine Tips: “ Life Ain’t Life“, „Cheenaroka“ und “ Flowers, Candles, Crucifixes“.

Die „Endless“ von „Vainio / Väisänen / Vega“ spricht mich mit „Motor Maniac“, „Desperate Fa Tha Miracle“ und auch mit dem Titeltrack an.

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