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sam… das Quintet ist gut aufeinander eingespielt, aber auch die Soli gefielen mir sehr! Highlights: Sweet Clifford und Stompin´At the Savoy ….
Aber klar doch! Es war 1954-56 immerhin die neben Miles‘ Quintet(ten – er warf ja die Junkies raus und hatte diverse Wechsel) die wichtigste working band der Zeit! (Die Messengers und das Horace Silver Quintet kommen einem noch in den Sinn, die waren 1954 phantastisch, aber danach geht’s erst so 1956/57 wieder richtig los mit „Six Pieces of Silver“ oder „The Stylings of Silver“, oder sogar erst 1958 mit „Moanin'“).
Was ich übrigens finde: Harold Land bringt der Band mehr als Sonny Rollins. Sein etwas altmodischer Ton sticht besonders heraus und gefällt mir enorm gut (Benny Golson, der auf „Moanin'“ ja eine Schlüsselrolle einnimmt, oder Lucky Thompson, der 1954 bei Miles auf „Walkin'“ spielte, bieten sich als Vergleich an, beides auch moderne Musiker wie Land, deren Verwurzelung in älteren Spielern – Coleman Hawkins, Ben Webster oder Don Byas – stärker zu spüren ist als bei den meisten Zeitgenossen, die eher via Charlie Parker auf Lester Young zugriffen … aber das ist arg vereinfacht).
Der Höhepunkt der Band im Studio ist für mich „Study in Brown“, Live-Aufnahmen gibt es auch welche, die meisten nur auf Schattengewächsen von Labeln, „Pure Genius“ auf Elektra (LP sollte recht günstig zu finden sein, denke ich) bietet sich an, aber auch die lärmigen Live-Aufnahmen auf „Live at the Bee Hive“ (Columbia 2LP) mit einer etwas anderen Band (Sonny Rollins, Nicky Hill, Billy Wallace, Leo Blevins, George Morrow – Hill war eine Lokalgrösse in Chicago und muss sich vor Rollins keine Sekunde verstecken) sind unbedingt hörenswert, auch weil Brown da nochmal ein paar Gänge höher schaltet als er es im Studio tat (man muss sich ja immer wieder vor Augen halte, wie jung er eigentlich war, daran denkt man beim Hören der Musik ja kaum, er klingt absolut reif).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba