Re: Ich höre gerade … Jazz!

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gypsy-tail-wind
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Heute wieder Dexter Gordon, CDs 7-11 aus der Prestige-Box … zuerst „The Chase“, Live-Aufnahmen mit Gene Ammons aus dem North Park Hotel in Chicago im Juli 1970 – John Young, Cleveland Eaton und Steve McCall bilden die Rhythmusgruppe der ersten Aufnahme (drei Stücke), bei der zweiten (es handelt sich um afternoon bzw. evening performances) sind Jodie Christian, Rufus Reid und Wilbur Campbell am Start, Vi Redd stött auf zwei Stücken dazu, leider nur singend.

Für das Cover der nächsten Scheibe hätte man sich besser Philipp Halsman geholt … aber die Band, mit der Gordon im August ins Studio ging, ist nichtsdestotrotz toll: Wynton Kelly (eine seiner letzten Aufnahmen), Sam Jones und Roy Brooks begleiten ihn. In der Box gibt es fünf Altenrate Takes, von denen vier zuvor nicht erschienen sind.

Die nächsten beiden Sessions – vom Juni 1972 – wurden auf drei LPs verteilt, „Ca’Purange“, „Generation“ und „Tangerine“. Auf der ersten sind Freddie Hubbard, Cedar Walton, Buster Williams und Billy Higgins zu hören („Generation“ enthielt nur Musik von dieser Session, ein Stück erschien auf „Tangerine“, zwei der drei Alternate Takes gab es auf den CDs als Bonustrack und in der Box findet man einen weiteren).

Ein paar Tage später war Gordon erneut im Studio Rudy Van Gelders, diesmal mit Thad Jones, Hank Jones, Stanley Clarke und Louis Hayes. Die Musik dieser Session erschien primär auf „Ca’Purange“, drei Stücke vervollständigten (zusammen mit „The Group“, das auch auf „Generation“ zu hören ist) die dritte LP, „Tangerine“.

Den Abschluss macht dann das Album „Blues à la Suisse“:

Mit Hampton Hawes, Bob Cranshaw und Kenny Clarke spielte Gordon im Juli 1973 erneut in Montreux und wieder erschien der Mitschnitt auf Prestige. In der Box findet man den Bonustrack „Tivoli“. Dann folgt noch eine Coda, ebenfalls aus Montreux aber unter Leitung von Gene Ammons, der für einen langen Jam ein paar Freunde auf die Bühne holte. Neben Dexter sind Cannonball und Nat Adderley, Hawes, Cranshaw, Clarke und der Percussionist Kenneth Nash zu hören (das siebzehnminütige „‚treux Bleu“ erschien auf „Gene Ammons and Friends at Montreux“, das Album kenne ich ansonsten als eines der wenigen von Ammons bis heute nicht).

So sahen übrigens die Zug-Waggons meiner Kindheit aus … bloss sassen nie so coole Papp-Puppen drin.

Hier nochmal das Cover der Box:

Kann ich wirklich sehr empfehlen – allerdings doch erst, wenn man die frühen Aufnahmen (v.a. die Sessions für Dial und Savoy!) und auch wenigstens ein paar der Blue Note Alben kennt („Doin‘ Alright“, „Go“, „Our Man in Paris“ vor allem).

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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba