Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Eine Frage des Stils › Blue Note – das Jazzforum › Ich höre gerade … Jazz! › Re: Ich höre gerade … Jazz!
CD 1 und CD 2 – die erste öffnet passenderweise mit einem vierminütigen Schlagzeugsolo von 1954, das auf Hamiltons zweitem veröffentlichten Album, „The Chico Hamilton Quintet in Hi-Fi“ erschienen ist.
Dann folgen die ersten Sessions des Quintetts mit Buddy Collette (fl, cl, as, ts), Fred Katz (vc), Jim Hall (g), Carson Smith (b) und Chico Hamilton (d) von 1955 – Studio-Aufnahmen aus dem Radio Recoders in Los Angeles und danach die tollen Live-Aufnahmen aus dem Strollers in Long Beach … fünf Stücke vom 4. August 1955 erschienen zusammen mit der Studio-Session (vom 23. August) auf der LP PJ-1209, für die Mosaic-Box hat man sieben weitere Stücke beigefügt, die am 4. August oder 11. November 1955 aufgenommen wurden und von denen nur eines, „Stella By Starlight“ (ohne Chico und Buddy Collette) auf einem Sampler names „Ballads for Backgrounds“ erschienen ist.
Am 11. November 1955 wurde das Quintett erneut im Strollers aufgenommen, neun Stücke erschienen auf der LP „The Original Chico Hamilton Quintet“ (WP-1287):
Der Rest von „In Hi-Fi“ wurde dann in Studio-Sessions im Januar und Februar 1956 eingespielt … aber dafür reicht mein Atem heute wohl nicht mehr.
Jedenfalls ist die Mosaic-Box einer meiner ersten – die allererste war die von Tristano/Konitz/Marsh, danach bestellte ich jeweils drei oder vier aufs Mal, die Hamilton und die Jimmy Giuffre lagen ziemlich sicher im zweiten Paket, das damals noch auf dem Seeweg über den Ozean schipperte, nachdem der „international money order“ nach zwei oder drei Wochen endlich angekommen ist … ich wartete dann geduldig aber unruhig zwei oder auch drei, schlimmstenfalls gar vier Monate … und jede der Boxen war für mich damals eine Offenbarung.
Das erste Hamilton Quintett mit Collette, Hall, Katz und Smith liebe ich bis heute sehr, die spätere Band mit Paul Horn war mir auf den Aufnahmen etwas zu herausgeputzt, und Collette bringt in der ersten Besetzung eine „schwarze“ Qualität in den Mix, der nachher etwas fehlte. Die Bands mit Dolphy dann, nunja …. die in den Neunzigern gefundene „Original Ellington Suite“ ist klasse, aber den Rest höre ich eher als vertane Chance, weil man (Hamilton?) Dolphy die Zügel nicht lockern mochte … aber auch weil die anderen Bandmitglieder nicht mehr ganz auf der Höhe von Collette, Katz, Hall oder Pisano (und ja, Horn) waren … obwohl, Budimir war auch klasse, die Gitarristen von Hamilton waren eigentlich immer klasse, danach gab’s ja noch Gabor Szabo und Larry Coryell …
Die Band mit Szabo, Lloyd, Bohanon und dem grossen Al Stinson war die allererste, die ich hörte, im Plattenschrank meiner Eltern steht (wieder, nachdem ich sie lange dauergeliehen hatte) „Passin‘ Through“, eine der wenigen Jazzplatten, die meine Mutter beisteuerte. Lloyd mag ich wohl erst in den letzten zwanzig Jahren so richtig, aber ein Zwiespalt bleibt da wohl immer … egal, das war eine klasse Band: „A Different Journey“, „Man from Two Worlds“, „Passin‘ Through“.
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: Neuentdeckungen aus dem Katalog von CTI Records, 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba