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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"
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clasjazIch wollte Smetana keineswegs denunzieren. Interessant wäre für das Werk wohl auch das Suk-Trio, haben sie sicher eingespielt? Dennoch, wenn Du auf die Trauer hinauswillst und ihre Verwandlung im Klaviertrio, dann ist mir das doch etwas zu geschminkt. Natürlich sind da Schluchten, aber sie sind sehr begrenzt.
Das wollte ich Dir auch nicht unterstellen, rest assured….ich kenne halt auch die muttersprachliche Literatur hiezu und das hat natürlich auch eine Wechselwirkung auf das Hören dieses Trios……my bad
clasjazIch finde auch nicht, dass man Komponisten nach ihrer Zeit gegeneinander stellen sollte. Oder könnte. Ob Janácek später oder früher gearbeitet hat, ist in diesem Sinn wurscht. Beethoven kannte auch Trauer, Mozart natürlich, da sind wir aber wohl einig?
Ich denke da hast Du meine Gedanken komplett in die falsche Röhre bekommen……also mal generell wollte ich kein Trauermonopol in der Musik für Smetana errichten, (für mich) ist die angesproche Trauer in diesem Trio hörbar/spürbar….mehr aber auch weniger nicht…
Es war auch nicht mein Animo Smetana und Janacek in eigene Welten einzuteilen und daraus einen Gegensatz abzuleiten, also nur so ein paar Gedankensplitter zu Gemeinsamkeiten/Eigenheiten :
Als Smetana das Trio komponiert, ist Janacek ca 1 Jahr alt
Ende 1880 dirigiert Janacek die Aufführung der Moldau im Beseda Haus in Brünn
Als Janacek 1908 mit einer Tolstoj bezogenen Komposition (aka Klaviertrio „Kreutzersonate“) zu skizzieren beginnt, hat er selbst auch bereits den Verlust seines Sohnes erleben und überwinden müssen……..der Entwurf geht verloren und erst 1923 vergegenwärtigt sich Janacek wieder der Skizzen bzw Ideen, diese setzt er allerdings im Streichquartett No. 1 um…die Fragmente des Klaviertrios werden erst 1990 quasi kompiliert und ergo „spielbar“ gemacht (und aus meinem Verständnisz hat das Abegg Trio für dieses „Werk“ ein exklusives Aufführungsrecht !?!)…..
Von der bewundernswert aktiven Janacek Gesellschaft in Brünn, welche sich um sein Euvre und insbesondere gegen die zahlreichen nachträglichen Korrekturen bzw Änderungen bemüht, sieht das Zusammenfügen dieses „Patchwork Trio“ naturgemäß sehr kritisch…
Wenn ich jetzt etwas polemisiere, dann werden auf der diskutierten Abegg Trio CD Werke basierend auf dem Gedankengut bzw der Sichtweise/Kenntnisz der Gegenwart/Vergangenheit aus 1850 und 1990 zur Aufführung gebracht…….. und das bedingt aus meiner Sicht schon Gegensätze…..
Hoffe das war jetzt nicht allzu „off-topic“.
UPDATE 13.15 :Höre eben die früh50er Einspielung des Smetana Trios mit Oistrach Oborin Knushevitsky und bin ziemlich angetan…..
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)