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Das macht Appetit auf mehr. Zitat aus den BBS:
Im zwölften Jahr ihres Bestehens wagen sich RPWL an etwas Neues, nicht direkt musikalisch, aber „Beyond Man And Time“ ist das erste Konzeptwerk der Freisinger Jungs. Zugleich ist das Album das Studiodebüt der neu formatierten Rhythmusfraktion von RPWL. Inzwischen müsste die Band eh‘ TTLWJ heißen, was auch nicht attraktiver als der eigentliche Name ist. Trotz dieser sperrigen Buchstabenkombination haben sich RPWL über die Jahre einen ansehnlichen Fan-Stamm erspielen können und so dürfte das neue Werk sehnsüchtig erwartet werden.
„Beyond Man And Time“ orientiert sich am Hauptwerk Friedrich Nitzsches „Also sprach Zarathustra“. Hier wie dort befindet sich der Protagonist auf einer Reise, um sein wahres Ich zu erkunden. Er trifft vielfältige Charaktere und Figuren, die ihn zu neuen Erkenntnissen und Einsichten verhelfen. Letztlich hält der Protagonist am „großen Mittag“ inne und zieht Bilanz. O-Ton Yogi Lang: „Dieses Werk will nicht angepasst sein, im Gegenteil. Es ist ein Plädoyer zum eigenen Denken, zum Widersprechen, zum Befreien.“
Wer nun denkt, hoppla, ausgerechnet die sanften Artrocker machen nun auf Revoluzzer, der hat sich getäuscht. Natürlich setzen RPWL das Ganze mit ihren ureigensten Mitteln um. Floydig-getragene Atmosphäre, beherrscht von schwebenden Melodien, eleganter Gitarrenarbeit, sanften Tastenklängen und pulsierenden Rhythmen, bestimmt „Beyond Man And Time“ wie schon jedes RPWL-Album bevor. Sicherlich ist hier alles noch etwas intensiver, durchaus mitreißender, teils auch packender dargeboten, aber eben doch – in gutem, wie im schlechten – typisch RPWL. Hier hat eine Band ihren musikalischen Stil gefunden, den sie nun eher in Details immer mehr verfeinert und ausbaut, denn nochmals grundlegend verändert.
Nichtsdestotrotz mischen RPWL schon mal orientalisch angehauchte Klänge ein, steigern mal das Tempo und klingen dann verblüffend nach Porcupine Tree und liefern schließlich mit „The Fisherman“ einen perfekten Retroprog-Track ab, der vor allem von seinen gigantischen Moog-Soli lebt. In dieser Form hat man das von RPWL sicher noch nie gehört.
Kalle Wallners immer präsente Gitarrenarbeit, die mit wunderschönen Soli glänzt, die ebenso präsenten Tasten, die unkitschige Flächen aufbauen und ebenso gelungene Soli zelebrieren, und natürlich der zwar wie immer sehr sanfte, aber eben doch auch charakteristische und irgendwie sogar charismatische, weil jederzeit wieder erkennbare, Gesang Yogi Langs prägen dieses Album. Und wenn dann RPWL auch mal ordentlich in den Bombast-Topf greifen, wie z.B. in „The Ugliest Man In The World“, dann leuchten die Augen der Fans. Letztlich klingen RPWL wohl so, wie man es von großen Übervätern Pink Floyd heutzutage erhofft hätte. Aber es sind eben RPWL die jetzt diesen Stil definieren und für sich reklamieren können. Hin und wieder täte eine Tempoverschärfung dem Geschehen, welches doch überwiegend im Mid-Tempo verharrt, gut. Die wenigen Momente, in denen ‚richtig‘ gerockt wird, wirken gleich befreiend.
„Beyond Man And Time“ ist sicherlich das beste RPWL-Werk seit „World Through My Eyes“ (meinem bisherigen Lieblingswerk der Combo), vielleicht ist es das Beste der Band überhaupt.
„Beyond Man And Time“ erscheint neben der regulären Ausgabe noch in einer limitierten ‚Bonus Edition‘, der ein Hörbuch zur Geschichte des Werks und eine Landkarte mit der zu entdeckenden neuen Welt beiliegt. Im April 2012 wird die Band das Werk auch live präsentieren, man darf auf die Umsetzung gespannt sein.
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