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Joachim HentschelNikodemus,
deine Meinung in allen Ehren, aber du erwartest hoffentlich nicht, dass ich sechs Wochen nach Veröffentlichung einer Platte nochmal damit anfange, Lieder aufzuzählen, die eingesetzten Instrumente zuzuordnen und aus den Texten zu zitieren, oder doch? Der kleine Text (den du natürlich auch als misslungen ansehen kannst) sollte ein ernsthafter Versuch sein, der ausufernden Radiohead-Debatte noch irgendetwas Neues hinzuzufügen, und sehr wohl geht es dabei um die Musik.
Danke für deine Antwort, Joachim.
Zu deiner „King Of Limbs“ Kritik: ich weiß nicht, welche Lesevorerfahrung du bei euren Lesern voraussetzt, mich hätte auch nach sechs Wochen interessiert, was du genau an der Platte hörst (worauf du auch gut in leider nur ein, zwei Sätzen eingehst). Fast alle Kritiken die ich zu KOL gelesen habe, waren Online Schnellschüsse und wenig hilfreich (auch wenn Daniels Kritik ganz unterhaltsam war). Aber du musst dich auch ganz sicher nicht rechtfertigen, zumindest erkenne und schätze ich die erkennbare Handschrift in deinem Schreibstil und lese deine Berichte immer gerne.
Gegen den „alten“ Stone habe ich übrigens überhaupt nichts, wenn du damit meinst, dass verdiente Künstler wie Paul Simon auch die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Nur stimmt für mein Auge weder die Gewichtung zwischen alt/neu und v.a. die Gewichtung zwischen fat old bores und verdienten Musikern, die noch etwas zu sagen haben, nicht mehr. Ebenso wenig würde ich den WikiLeaks Artikel kritisieren, ich wünsche mir eher mehr derartigen Journalismus. Anstatt aber neuen Serien und Denkanstößen, bekomme ich den (sorry) nicht sonderlich spannenden Kinderkram, Q & A an ausgediente Altstars oder Drei Fragen an WD/AW, während zeitgleich die geschätzten Specials/Alte Meister Serien weniger werden (Ausnahme sind Wolfgangs vergessene Klassiker). Natürlich ist auch nicht alles schwarz, genauso wenig wie es jemals ein helles weiß gab. Das gute am Trennungsschmerz ist doch, dass er vergänglich ist.
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and now we rise and we are everywhere