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Dies ist ja auch der Thread für skurrile Dinger. Hier mal wieder etwas weniger abseitig:

My Summer Of Love, 2004, Pawel Pawlikowski
Mona und Tamsin. Zwei Mädchen die sich mitten im Sommer kennenlernen, sofort voneinander fasziniert sind und eine stürmische Liebe beginnen, die zum Ende des Sommers wieder abflaut. Wohl ein typischer Film bei dem man die Handlung in drei Sätzen zusammenfassen kann, und bei dem es darauf ankommt wie eben diese einfache Story ausgefüllt wird.
Mal wieder eine Coming-Of-Age-Geschichte, diesmal eine lesbische Love-Story die im Norden Englands spielt. Auf eine Art ähnlich spröde wie „Somersault“, schafft es Regisseur Pawlikowski allerdings mehrere Ebenen in seinen Film zu bringen:
Zum einen der Standesunterschied zwischen Mona und Tamsin, der sich auch in einer völlig unterschiedlichen Mentalität manifestiert.
Zum anderen die unterschiedlichen Sichtweisen, die die beiden jungen Frauen auf ihre Affäre haben: Für die eine ein Spiel, sich mal mit einer Person aus einer anderen Gesellschaftsschicht einlassen, für die andere etwas Ernsthafteres.
Des weiteren ein Spiel mit Identitäten, mit Lüge und Wahrheit (die angeblich an ihrer Magersucht verstorbene Schwester von Tamsin u.ä.).
Zum letzten ist der Titel wohl auch eine Anspielung auf den originalen Summer of Love von 1967, und die Aufforderung dass jeder die Träume von damals für sich interpretieren sollte, seinen eigenen Sommer der Liebe haben sollte.
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Man hatte uns als Kindern das Ende der Welt versprochen, und dann bekamen wir es nicht.