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Somersault, 2004, Cate Shortland
Gesetzt den Fall dieses wunderbare australische Drama ist noch nicht allgemein bekannt, hier einmal grob die Handlung:
Die sechzehnjährige Heidi zieht nach einem Streit mit ihrer allein erziehenden Mutter von Zuhause aus und wirft sich in einem Kaff in New South Wales wahllos Männern an den Hals. Nachdem sie sich mit Joe angefreundet hat, der es etwas ernster mit ihr zu meinen scheint, fängt sie eine Tätigkeit in der örtlichen Tankstelle an. Sie findet keinen Anschluss an die Dorfbewohner und wird auch noch vom Stiefvater ihrer neuen Freundin/Arbeitskollegin bezichtigt ihn verführen zu wollen.
Zu Joe fühlt sie sich körperlich hingezogen, er sich zu ihr seelisch. Nachdem sie ihren „leichten“ Lebensstil wieder aufnimmt, wird sie deswegen von Joe harsch kritisiert. Ihre Zimmerwirtin offenbart ihr ihr Geheimnis, nämlich dass ihr Sohn wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Die Tatsache dass sie ihm trotzdem verzeiht, macht Heidi Hoffnung dass auch sie sich mit ihrer Mutter aussöhnen könnte. So geschieht es dann auch, und auch mit Joe bleibt Heidi weiterhin in Freundschaft verbunden.
Was mich an dieser Geschichte so fasziniert? Nun, in erster Linie wohl die Umsetzung: Cate Shortland gelingt das Kunststück ihr Werk einerseits spröde, andererseits voll menschlicher Wärme zu zeichnen. Sicher gibt es bessere und origineller erzähltere Coming-Of-Age-Geschichten, Shortland und ihre Hauptdarstellerin Abbie Cornish vermögen es aber den Zuschauer in einer Mischung aus Distanz und Einfühlsamkeit zu bewegen, die Kameraarbeit von Robert Humphreys tut ihr übriges.
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Man hatte uns als Kindern das Ende der Welt versprochen, und dann bekamen wir es nicht.