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24/7 – The Passion Of Life – Roland Reber, 2006
Nach einem wirklich grossem Film wie „Secretary“ darf natürlich dessen missratener kleiner Bruder nicht fehlen: 24/7 – The Passion of Life, ein Werk welches sich zum Ziel genommen hat die Abgründe der menschlichen Psyche zu ergründen. Die Geschichte ist schnell erzählt: Die verwöhnte Hotelierstochter Eva gerät nach einem Motorrad-Unfall an die Tasche der Domina Lady Maria, und beschliesst – verwundert über das Arbeitsmaterial welches sie dort vorfindet – sich auf die Spuren der Besitzerin zu machen.
Daran anschliessend gerät sie in eine Welt welche ihre Vorstellungskraft bei weitem übersteigt: SM, Swingerclubs, die seltsamsten Fetische etc.
Der Film kann mit vielen interessanten Figuren aufwarten, so die Gummisau Nr.3, ein Mann der sich eine Schweine-Gummimaske übers Gesicht gestülpt hat, und Lady Maria wie ein Haustier zur Verfügung steht. Interessanterweise ist „Gummisau Nr.3“ wenn sie denn die Maske abgenommen hat, ein relativ spiessig wirkender Bayer mittleren Alters, der die Vorstellung einen Swingerclub zu besuchen schon komplett abseitig findet.
Weitere interessante Personen wären natürlich Lady Maria selber, die nebenher Soziologie studiert und ihre Arbeit in Zusammenhang mit religiösen Themen setzt. Des weiteren „Elfriede“ ein älterer Herr der sein Kriegstrauma dadurch zu überwinden sucht das er Lady Maria als Dienstmädchen zur Verfügung steht.
„24/7“ bietet viele interessante Ansätze, geht allerdings leider in einer ziemlich dilettantischen Inszenierung unter – schauspielerische Leistungen und
Dialoge erinnern oft an eine billige Vorabendserie – und nervt teilweise damit den völlig übertriebenen philosophischen/theologischen Überbau viel zu ernst zu nehmen. Eine noch nicht erwähnte Person ist ein junger Theologiestudent, welcher sich so sehr mit der Passion Christi identifiziert das er am Ende mit Holzkreuz auf der Schulter an einer Autobahn vorbeimarschiert, eine Szene welche nun wirklich unfreiwillig komisch wirkt.
Fazit: Nicht so viele Sterne wie „Secretary“.
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Man hatte uns als Kindern das Ende der Welt versprochen, und dann bekamen wir es nicht.