Re: Robert Plant – Band of Joy

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j-w
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maximum rhythm & blues

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Aber um mal den Vergleich mit Plant zu bringen: Der hat ab 75 auch nicht mehr so singen können wie in den Jahren zuvor. Die ganz hohe Oktave hat er sich auf den vielen Touren einfach weg geschrien. Und auch das Alter (und damit meine ich jetzt nicht 60+, sondern 30+!) lässt sowas dann nicht mehr zu. Aber bei Plant ist da was anderes passiert: Er hat auf den Platten auch nur noch das gesungen, was er noch singen konnte. Und das konnte er dann live auch wunderbar bringen – an manchen Abenden konnte er auch fast noch nach den Sternen greifen – ich schwärme immer noch von dem Konzert in der Großen Freiheit 1993, wo er in Lagen sang, die ich nach 73 von ihm nicht mehr gehört habe. (Babe, I’m gonna leave you! Ramble on! Whole lotta love! Going to California!) Und Page scheiterte bereits in seinen 30ern an den aktuellen Vorlagen (man höre sich mal die Soli der Liveversionen der In through the outdoor-Songs 79/80 an!). Ich will Page keineswegs seine Bedeutung nehmen – bis einschließlich 73 war er wie gesagt großartig live. Dann wurde er 30 (also immer noch ein relativ junger Mann) und hat – wie ich vermute – anderen Dingen mehr Aufmerksamkeit eingeräumt als der Musik. Zuvor war er eigentlich pausenlos am spielen, erst in der Studioszene in London, dann mit den Yardbirds, dann mit Led Zep (deren Aktivität in den ersten 4,5 Jahren ja wirklich immens war) – dann wurden die Abstände zwischen den Touren größer und das scheint Jimmy nicht gut bekommen zu sein. Immerhin hat er überlebt, anders als so viele andere aus seiner Generation und das ist sicherlich wichtiger als etwa ein posthumes Vergöttern nach einem eventuellen Rock’n’Roll-death 1973!
Außerdem hätten wir dann Physical Graffiti und Presence nicht mehr gehabt!

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Staring at a grey sky, try to paint it blue - Teenage Blue