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Mein Vergleich zur Klassik diente lediglich dazu um die scheuklappenartige Sichtweise von JimKnopf in Bezug auf die Wertigkeit der Aufführung von Musik, die man nicht selbst komponiert hat, zu entlarven. In aller Kürze: Lieber gut gecovert als mittelmäßig selbst geschrieben.
Und klassische Musik hat ihre fraglose Qualität, ich warne jedoch davor sie vom Anspruch her zu überhöhen. Viele „großen Klassiker“ sind von einer sehr einfachen harmonischen Struktur, viele Arrangements sind bloße Vervielfachungen von Stimmen, auf einfache Art und Weise gesetzt – und waren somit erfolgreich. Genau wie gute „klassische“ Popsongs, die Menschen erreicht haben, weil ihre Themen zu Ohrwürmern wurden.
Und um jetzt die Brücke zurück zum Thema Indie zu schlagen, verweise ich auch auf die zuvor schon angesprochene Tatsache, dass viele große Komponisten Hofmusikanten waren, das damalige Äquivalent zum Majordeal, und viele große Symphonien schnöde Auftragsarbeiten waren, nicht selten mit dem Zweck als Tischmusik ein Bankett zu untermalen.
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Staring at a grey sky, try to paint it blue - Teenage Blue