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motörwolf@MOE
Doch, die Bibel gehört auf jeden Fall zu den Büchern, die man kennen sollte. Dabei geht es mir nicht um religiöse Erbauung, sondern einfach darum, daß die Bibel bzw ihr Übersetzer Luther stilbildend waren für die deutsche Sprache. Und dies nicht nur lexikalisch, sondern auch bezogen auf Symbole, Bilder usw. Zudem ist die Bibel eine der Grundlagen unseres Kulturkreises, ihre Kenntnis kann daher beim Lesen von Büchern aus eben diesem Kulturkreis nicht schaden, da sehr oft Bezüge zur Bibel zu finden sind. Ein gutes Beispiel, das mir spontan einfällt ist Steinbecks Jenseits von Eden, in dem nicht nur der Titel solche Bezüge hat, sondern z.B. wird die Namensfindung für die Kinder mit der Bibel in der Hand vorgenommen und recht interessante Diskussionen um die richtige Auslegung einer bestimmten Bibelstelle geführt.
Die Bibel ist höchstens für Historiker ein Muss, aber nicht für den Literaturfreund. Sie ist nur eine Sammlung sich gegenseitig widersprechender Bücher und hat meines Erachtens keinen wirklich literarischen Wert.
Du hast unzweifelhaft recht, dass sie einen wesentlichen Einfluss ausgeübt hat auf unseren Kulturkreis. Und deswegen sollte man auch ruhig ein Exemplar zum Nachschlagen im Regal haben. Aber sie darum vollständig lesen und wichtiger nehmen als sie eigentlich sein sollte … würde ich nicht empfehlen.
Ich empfehle stattdessen als „Klassiker“ Theodor Fontane, Kurt Tucholsky und den schon genannten Franz Kafka. Generell sollte man aber nicht glauben etwas gelesen haben zu müssen.
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