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Nachdem erst im Juni bekannt wurde, daß er an Krebs erkarnkt ist, ging es dann leider sehr schnell.
Willy DeVille war mit seiner Band Mink DeVille einer meiner frühen Helden. Und im Gegensatz zu manch anderen früheren Favoriten hat vieles von seinen Sachen noch heute einen festen Platz in meinem Herzen, allen voran natürlich sein Debütalbum „Cabretta“. Aber auch sein Rockpalast-Auftritt ist mir noch in guter Erinnerung. Und er war für mich der Einzige, der solche schaurigen Heuler wie „Heaven Stood Still“ singen konnte, ohne daß es, trotz schweren Streicherballastes, kitschig wirkte.
Leider habe ich ihn nur einmal live erlebt. Nicht nur, daß er mit seiner Band an dem Abend in sehr guter Verfassung war, nein, vor allem eine Szene blieb haften. Aus dem Publikum wurde immer wieder geschrieen, was er denn als nächstes gefälligst spielen solle. Willy nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarette und raunzte ins Mikrofon: „I’m not a jukebox.“ Das hatte Stil und war auch bezeichnend für ihn: er machte das, was er wollte. Diese Eigensinnigkeit stand ihm kommerzielle gesehen des öfteren im Wege.
Wenn auch einige seiner Alben nicht mehr den Standard der ersten Werke halten konnte, eines konnte man ihm sicher nicht vorwerfen, nämlich daß er sich des lieben Erfolges willen irgendwie verbog.
Danke für alles, Willy. Goodbye.
As a tear fades away
and the dawn dries a lover’s eyes
No more tears, they’re all gone
Just believe it will always be
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What's a sweetheart like me doing in a dump like this?