Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Eine Frage des Stils › Homophobie im Reggae › Re: Homophobie im Reggae
Cassavetes (Beenie Man hat sich dazu mal in einem Interview Gedanken gemacht. Natürlich fühlt er sich von den schwullesbischen Interessenverbänden zu Unrecht gebrandmarkt und verfolgt, denn seine Musik sei ja gar nicht schwulen- und lesbenfeindlich, sondern er prangere damit nur den Mißbrauch von Ghetto-Kindern und -Jugendlichen in seiner Heimat an. Zitat: „In Jamaika sind Schwule Vergewaltiger. Wohlhabende Männer gehen mit ihrem Geld in die Ghettos und holen sich dort diese jungen Kinder, die nichts besitzen. Und dann geben sie ihnen Geld und mißbrauchen sie. […] Bei uns im Jamaika ist es nicht so wie in England, wo zwei Männer zusammenleben.“ Was in seiner kruden Logik zumindest einigermaßen Sinn macht, denn dann sind es die Schwulen aus der Oberschicht, die in den Texten gekillt werden. Ich heiße das alles jetzt nicht gut, ich wollte nur mal einen Beitrag hier in den Thread stellen, der versucht, etwas Objektivität in die Sache zu bringen und auch die andere Seite beleuchtet, weil ich die Jamaikaner verstehen will statt sie nur aus meiner hohen Warte heraus zu verurteilen.)
Diese Aussagen von Beenie Man erzeugen bei mir mit Sicherheit keine Objektivität, im Gegenteil, da bekomme ich erst recht einen Hals.
Es wird doch so dargestellt, als ob Schwule nichts anderes im Sinn hätten als kleine Jungs zu ficken. Und wer sich’s leisten kann, holt sie sich halt aus den Ghettos. Und was ist mit den anderen, die sich die kleinen Mädchen holen, das sind dann die „besseren Vergewaltiger“, oder wie? Weil sie einem natürlichen Trieb folgen im Gegensatz zu den perversen Schwulen?
Nö, objektiviert wird mit solchen Aussagen gar nichts.
Homophobie ist sicherlich kein „karibisches“ Phänomen, sie ist hier auch noch schlimm genug. Erst im Dezember wurde das Denkmal für die ermordeten Homosexuellen im Dritten Reich wieder geschändet..
Und gerade deshalb muss man solchen Leuten mit ihren menschenverachtenden Textpassagen nicht auch noch eine Plattforum auf der Bühne bereiten, um diese verbreiten zu können.
--
„Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“ (Goethe) "Allerhand Durcheinand #100, 04.06.2024, 22:00 Uhr https://www.radiostonefm.de/naechste-sendungen/8993-240606-allerhand-durcheinand-102