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Einen miesgelaunten Howe Gelb live zu erleben ist auch nicht unbedingt ein schönes Konzerterlebnis.
erzähl mir mehr! inwiefern miesgelaunt? ich habe ihn eigentlich nie im sinne von ‚publikumsverachtend‘ schlecht gelaunt gesehen. mitte/ende der neunziger gab’s allerdings konzerte, in denen er ziemlich an erwartungen à la ‚eingängige songs angenehm zerbrochen‘ und ’neil young-gitarre‘ vorbei gespielt hat. aus denen bin ich auch mit ziemlich großem fragezeichen im gesicht rausgegangen. wahrscheinlich habe ich sie auch nur durch die fan-brille akzeptieren können – wäre eins von diesen mein erstes konzert gewesen, wäre ich vielleicht nicht wiedergekommen. in dem fall fand ich es aber interessant, weil eine unzufriedenheit mit der eigenen entwicklung und die suche nach etwas neuem und ein unwillen, sich selbst zu wiederholen spürbar waren, die ich sehr gut nachvollziehen kann. ohne diese phase wären die guten konzerte und platten der letzten jahre nicht so gut geworden.
ansonsten kann grenzenlose arroganz auf der bühne auch faszinierend sein. ich muss mich nicht mit dem künstler verbrüdern. ich muss nur etwas echte oder künstliche persönlichkeit spüren können, damit das konzert zu mir durchdringt.
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but I did not.