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Sehe es ähnlich wie nail, wir haben den Film auch gestern zusammen bei einem Mini-Forumstreffen mit aco-braco angeschaut. Was bei dem kleinen schwarzen Jungen „Woody“ sehr stimmig war, war die Mimik beim Erzählen in der Familie oder in dem Güterwagon. Genau diesen Gesichtsausdruck, dieses den Kopf beim Erzählen wegdrehen kennt man von den Filmaufnahmen des frühen Dylan. Richard Gere hat nicht per se genervt, nur dass halt Kris Kristofferson anstelle des Erzählers viel besser den Billy-Part übernommen hätte, so hätte es noch ein Peckinpah-Deja-vu gegeben. Den Ort Riddle hätte man noch geschickter in Szene setzen können und wie oben bereits gesagt: Die Familien(-Trennungs)szenen mit Heath Ledger blieben aussagefrei, auch das Einbauen der Rolling Thunder/Tarantula-Szenen und des Songs Pressing on aus der Gospelphase waren bar jeglichen Inhalts und Zusammenhangs. Wie interessant wäre es gewesen seine spirituelle Erleuchtung auf der 78er Tour in irgendeiner Weise zu thematisieren um dann in diese Phase einzusteigen – so einfach nur das Abhandeln von Stationen, die gedreht wurden und für die Schauspieler eingesetzt wurden ohne, dass ein roter Faden dahin geführt hat. Insgesamt aber trotzdem unterm Strich unterhaltsam, Höhepunkt für mich war die Ballad of a thin man-Montage, die war grandios!
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Staring at a grey sky, try to paint it blue - Teenage Blue