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Sokrates@ DJ:
Dazu gehört gar nicht so viel, in erster Linie eine vernünftige Stereoanlage,
(…)
Habe ich hier auch schon grundsätzlich Gegenteiliges darüber gehört, bzw. gelesen, in der Art: Auf einer „billigen“ Anlage werden Schwächen viel deutlicher, eine „teure“ Anlage dagegen gleicht viele Schwächen aus.
(…)etwas musikalische Erfahrung, und die Fähigkeit, die Indizien (also das war man hört) zu deuten.(…)
Sicher nicht falsch, grundsätzliches Verständnis mitzubringen, aber ich glaube auch, je mehr „Erfahrung“ man hat, desto größer ist die Gefahr des Befangen-Seins.
Hör doch mal „Usszeschnigge” und „X für e U” direkt nacheinander – das sind klanglich Welten, der Unterschied im Klangbild leicht erkennbar.
Die erste hat überhaupt keinen Raum, die Akustik im Aufnahmeraum klingt total tot. Da hat’s einer gut gemeint, alles fein einzeln abgenommen, aufgenommen und das dann zusammengemischt – typisch für kleine Studios.
Die zweite ist in der Hinsicht weit übertrieben – die hat das typisch flächige, weite, helle, zu spitze, insgesamt sehr künstliche Klangbild der späten Achtziger, sozusagen die Spätfolge der erste Welle der Digitalisierung, und natürlich eine ästhetische Entscheidung – man muss schon so klingen wollen; und Heuser wollte das.
Heute würde eine Platte wie „Usszeschnigge” so nicht mehr veröffentlicht werden (müssen), weil sich in den 27 Jahren seitdem technisch so viel getan hat, dass Du im Homerecording bessere Ergebnisse erzielst als BAP damals im „Tonstudio Rüssmann”.
Dem stimme ich weitgehend zu, das liegt aber meines Erachtens nicht in erster Linie an der Preislage des verwendeten Studios, sondern am Knöpfchendreher, bzw. dem „Chef“ der Produktion, der vorgibt, welche Knöpfchen wie zu drehen sind. Soll kurzgesagt heißen:
(Binsenweisheits-Modus an)
Auch „billig“ Produziertes kann gut klingen
versus
Auch „teuer“ Produziertes kann schlecht klingen.