Re: Zeitlosigkeit als Qualitätsbegriff

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ah-um

Registriert seit: 24.02.2006

Beiträge: 1,398

@ Joe:

Na gut, Danke!:-)
Abgesehen davon hast du jetzt „Modernität“ durch „Aktualität“ ersetzt. Aktuell soll demnach alles sein, was noch nicht wieder aufgegriffen, weiterentwickelt oder ersetzt wurde. Ich fürchte, da wären 99% meiner Plattensammlung unter dem Strich. Nein, das behagt mir nicht.

@ Daniel:

Weitgehende Zustimmung, aber:
Das mit der „universalen Gültigkeit“ war mir auch in den Sinn gekommen, ich habe es allerdings wieder verworfen. Eben weil es die Existenz objektiver Wahrheiten voraussetzt und mir diesbezüglich der Glaube fehlt. Ich würde daher „gültig“ durch „relevant“ ersetzen.
Es geht auch gar nicht um ein freies Vagabundieren durch Zeit und Raum oder diverse Meta-Ebenen, sondern stets um die conditio humana. Und diesbezüglich gibt es bestimmte zeitunabhängig relevante Fragestellungen (Was ist der Mensch? Wie soll ich leben? Oder auch: Gibt es objektive Wahrheiten?;-)). Ob es darauf auch universell gültige Antworten gibt, ist, wie du richtig sagst, eine Frage des Glaubens.
Eine „zeitlose“ Qualität würde ich jedenfalls eher einem solchen Kunstwerk zusprechen, das über den konkreten Einzelfall hinaus auch an solch grundlegende Fragen rührt.

Übrigens sind paradoxerweise gerade diejenigen Kunstwerke, die am eifrigsten nach Ewigkeit gieren, die uninteressantesten. Wer sich selbst fürs Bundesverdienstkreuz vorschlägt, wird mit Sicherheit keines bekommen.

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There is a crack in everything; that's how the light gets in. (Leonard Cohen)