Re: Zeitlosigkeit als Qualitätsbegriff

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ah-um

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@ Joe

Mir ist der Begriff „überzeitlich“ nicht in den Sinn gekommen, weil ich damit etwas besonders Ehrfurchtgebietendes ausdrücken wollte. Es ging eher darum, dem Missverständnis vorzubeugen, dass „Zeitlosigkeit“ so etwas wie „Geschichtslosigkeit“ oder „Voraussetzungslosigkeit“ impliziere. Wenn man über den Begriff anfängt nachzudenken, erscheint er in der Tat etwas problematisch. Im Allgemeinen glaube ich allerdings schon, dass er etwas Sinnvolles ausdrückt und man damit auch verstanden wird.

Was du mit „modern“ meinst, ist mit dagegen ziemlich schleierhaft. „Modern“ im Sinne von „zugehörig zur Stilepoche der Moderne“ kann wohl kaum damit gemeint sein, denn dazu gehört die gesamte Popmusik eigentlich nicht. Und „modisch“ mag beim Kleiderkauf ein positives Attribut sein, in der Kunst steht es eher für ein Anbiedern an den gerade herrschenden Massengeschmack.
Wenn du damit sagen möchtest, dass sich die Lebensumstände in den letzten Jahrzehnten so stark geändert haben, dass alles, was davor war, uns heute nichts mehr sagen kann, dann würde ich widersprechen.

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There is a crack in everything; that's how the light gets in. (Leonard Cohen)