Re: Blues

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blues-pfaffe

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Victoria Spivey gehört neben Bessie Smith und Ma Rainey zu den bedeutendsten Blues-Sängerinnen der “klassischen” Blues-Ära in den zwanziger Jahren. Während die meisten anderen Sängerinnen der Zeit aber schnell von der Szene verschwunden waren, war sie bis zu ihrem Tod als Sängerin, Schauspielerin, Songwriterin und Chefin ihres eigenen Plattenlabels musikalisch aktiv und erfolgreich.

Geboren wurde Victoria Spivey am 15. Oktober 1906 in Houston. Sie begann ihre Karriere mit Auftritten als Sängerin und Pianistin in den Kneipen ihrer Heimatstadt. Ihre erste Platte, die sie 1926 aufnahm, war der „Black Snake Blues“. Danach arbeitete sie für die St. Louis Music Company und trat in dem nur von Schwarzen gespielten Musical-Film „Hallelujah!“ auf. Bis in die 50er Jahre nahm sie Platten auf und war auf zahlreichen Bühnen vor allem in New York zu sehen. Dann verließ sie das Show-Geschäft, um nur noch in Kirchen zu singen.
1962 gründete sie Spivey-Records und kehrte auf die Blues-Szene zurück. Ihr Timing machte sich bezahlt. Denn damals wuchs in Amerika und England das Interesse an Folk und Blues enorm an. So trat sie auf den wichtigen Blues-Festivals in den USA und Europa auf und veröffentlichte Platten mit klassischen Bluessängern aus der „alten“ Zeit. Sie starb am 3. Oktober 1976 in New York.

Als Sängerin kann man Spivey sicherlich nicht mit der großartigen Bessie Smith vergleichen. Dazu war schon ihr Stimmumfang nicht ausreichend. Doch ihre raue und direkte Art zu singen, machten ihre Lieder glaubwürdig. Und sie sang auch über Themen, die jenseits der gängigen Lieder über die Liebe waren. Etwa über die Zurückweisung, die Opfer der Tuberkulose erlebten (Dirty TB Blues)oder als eine der ersten über die Gefahren von Kokain (Dope Head Blues).

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