Re: Blues

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blues-pfaffe

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Nicht nur in seiner Frühzeit hatte der Blues gerade in christlichen Kreisen einen äußerst schlechten Ruf. Es sei (im Gegensatz zu den gut christlichen Spirituals und Gospels) eine „Musik des Teufels“ hieß es immer wieder. Und von Musikern wie Robert Johnson etwa halten sich seit Jahrzehnten die Gerüchte, sie hätten einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen, um so spielen zu können, wie sie es konnten.

Einer, der sehr viel zur Popularisierung solcher Gerüchte beigetragen hat, war Peetie Wheatstraw (als William Bunch am 21. Dezember 1902 geboren). Er war einer der populärsten Sänger und Pianisten in St. Louis in den 30er Jahren. Dabei ist es weniger seine pianistische Meisterschaft sondern eher sein Gesangsstil, der in Erinnerung bleibt. Dass er fast jedes Lied mit einem „oh, well well“ verzierte, wurde irgendwann zu seinem Markenzeichen.

Was er vor seiner Ankunft in St. Louis um das Jahr 1929 herum gemacht hat, verliert sich im Dunkel der Geschichte. Anknüpfend an den Stil des damals erfolgreichsten Klavier-Gitarre-Duos Leroy Carr/Scrapper Blackwell begann er jedenfalls damals, Platten aufzunehmen, meist begleitet von einem Gitarristen. Mehr als 160 Lieder nahm er bis zu seinem Tod am 21. Dezember 1941 auf. Viele davon mit solch bedeutenden Gitarristen wie Lonnie Johnson oder Kokomo Arnold.

Kritiker monieren noch heute, dass er (wohl ähnlich wie heute Dieter Bohlen) recht wenige neue Melodien fand. Viele seiner Titel hat er bis zu Ermüdung immer und immer wieder mit neuen Versionen aufgenommen. Doch er hatte damit ne Menge Erfolg. Und interessanter waren für die Leute wohl eher seine Texte, die sich meist um Sex, Tod und übernatürliche Dinge drehten (mehr oder weniger verschlüsselt). Am 28. September 1931 nahm er „The Devil’s Son in Law“ auf, in dem er sich als Schwiegersohn des Teufels bezeichnete. Dies wurde nach Peetie Wheatstraw (den er aus einem Volksmärchen der Schwarzen entnommen hatte) sein zweiter Künstlername. An seinem 39. Geburtstag starb Wheatstraw bei einem Autounfall auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

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