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So, wie gestern angekündigt, werde ich mal anfangen, was über Bluesgrössen zu schreiben. Den Anfang macht aber nicht ein Mann, sondern, Ehre wem Ehre gebührt, eine Frau, nämlich die Kaiserin des Blues
BESSIE SMITH
geb.15. April 1894, Chattanooga, Tennesse
gest. 26.Sept. 1937, Clarksdale, Mississippi
Bessie Smith wurde als Tochter eines Laienpredigers, der kurz nach ihrer Geburt starb, geboren. Als sie 9 Jahre alt war, verstarb auch ihre Mutter, sa dass sie und ihre Brüder sich durch Gesangs- u. Tanzauftritte auf der Strasse ein paar Cents verdienen mussten.
1912, im Alter von 18 Jahren, schloss sie sich der Moses-Stokes-Company, eine Vaudeville-Showtruppe an. In dieser Truppe war Ma Rainey der Star, von der Bessie Smith sich viel abschaute
In diesen Jahren heiratete sie, wurde aber bald darauf Witwe. 1919hatte sie ihre erste eigene Revue, die „liberty Belles“, mit der sie in New Orleans, Memphis, Chicago und New York gastierte. 1921 nahm sie für OKeh ihre erste Platte auf, die aber nicht veröffentlicht wurde. Dann, 1923, kam der Durchbruch. „Down Hearted Blues“, den sie für Columbia aufnahm verkaufte sich ca. 80.000 mal, eine Sensation für die damalige Zeit. Sie heiratet wieder, lies sich aber 1929 scheiden. In den Jahren 1923-1933 nahm sie über 150 Titel für Columbia auf. Zu dieser Zeit war sie auf dem Zenit ihres Ruhms. Ihr Gesangsstil war kraftvoll und sinnlich. Auch war sie eine begnadete Tänzerin. Sie arbeitet mit einigen der besten Musiker dieser zeiz, z.B. Louis Armstrong (Trompete), Fletcher Henderson (Piano) u. Coleman Hawkins(Saxophon). Im Jahr 1929 nahm sie ein Stück auf, das ihr Klassiker schlechthin is:“Nobody Knows You, When You´re Down And Out“ (T.u.M. Jimmie Cox, 1923). In einer wunderbaren Version von Derek & The Dominos ist dieser Song auch auf „Layla“ zu hören. Auch wirkte sie in dem Film „St. Louis Blues“ mit. In den dreissiger Jahren ging es mit ihrer Karriere abwärts. Ihre Platten verkauften sich nicht mehr und auch das Publikum blieb ihren Konzerten fern. Mitte des Jahrzehnts erlebte sie ein Comeback und trat 1935 im Apollo Theatre in New York auf. Als sie mit der „Broadway Rastus Show“ auf Tournee in den Südstaaten war, verunglückte sie tödlich, als sie von Ihrem Liebhaber (Onkel von Lionel Hampton) zu einem Auftritt gefahren wurde.
Ihr Leben lebte sie exzessiv. Sie trank viel und hatte eine Unmenge Affären mit Männern und Frauen. Aber auf der Bühne bezog sie auch Position gegen die Rassendiskriminierung, was ihr viele Gegner einbrachte. Sie beeinflusste Sängerinnen wie Billie Holliday, Big Mama Thornton und Janis Joplin.
Bessie lebte den Blues.
Als Einstieg empfohlen:
The Complete Recordings Vol. 1 u. 2 (Columbia 467895 2)
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