Re: Eure musikalische Bandbreite?

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Über meine musikalische Bandbreite habe ich mir bisher keine intensiven Gedanken gemacht, aber nun findet sich eine passende Gelegenheit, dies endlich einmal zu tun.
Schon als ich den Titel des Themas gelesen habe dachte ich prompt an etwas, was mich durch viele erste Gespräche begleitet hat und jedes Mal beinahe zur Weißglut bringt: Bei der obligatorischen Frage nach musikalischen Vorlieben gibt es nur allzu viele Menschen, die es wohl für eine prägnante, aussagekräftige Erwiderung halten, mit etwas wie „Eigentlich alles“ zu antworten. Wenn das heißen soll, dass sie für möglichst viel offen sind und sie damit auch noch breite Kenntnis suggerieren wollen, warum rümpfen solche Leute dann jedes Mal bei der ersten Antwort auf die entsprechende Gegenfrage ahnungslos angewidert ihre Nasen?

Bei genauerer Überlegung stellen sich jedoch auch meine Antworten auf eben solche Fragen als sehr ungenau, stark reduziert oder gar schlichtweg falsch heraus. So würde meine aktuelle Leierkastenerwiderung in etwa lauten: „Vor allem einige Rockgenres, viel Poppunk, ein bisschen echter, einiges an Grunge, etwas Hardrock und sehr wenig Industrial.“ Genau dieser Satz würde aber nur einen winzigen Bruchteil der Musik darstellen, die mir ehrlich am Herzen liegt.
Es hat sich nämlich in den letzten, bekanntlich prägenden Jahren einiges bei mir getan, selbstverständlich auch in musikalischer Hinsicht. So habe ich schon immer gerne die Stones, die Troggs und (ich gestehe, dass ich auch sie nicht sooo schlecht finde…) die Bee Gees gehört, wahrscheinlich vorrangig als eine Art der Habituierung, da diese zu den Lieblingsbands meiner Mutter gehören. Natürlich gab es in sehr jungen Jahren, etwa zwischen acht und elf, zahlreiche Sünden, wie zum Beispiel die Backstreet Boys, Blümchen, Echt etc., aber meine wirklich innige Liebe zur Musik begann im Alter von etwa elf Jahren mit Richard Wagner. Diese hält noch bis heute an und ich traue es mir zwar noch immer nicht zu, eine vierstündige Oper unbeschadet zu überstehen, aber vor allem den Lohengrin muss ich mir mindestens einmal jährlich anhören.
Mit zwölf verliebte ich mich knapp hintereinander zuerst in Hummels Klassikmusical (eher eine Oper, wenn ihr mich fragt) „Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies“, dann in Falcos Musik nach dem Kauf einer Liveaufnahme aus dem Jahre 1986, in Michael Jacksons reine, idealistische Popliedchen und schließlich, und sie bestimmten meine musikalische Zukunft besonders deutlich, dank Markus Kavka in Guns N‘ Roses. Mit 13 und 14 folgten dann, der zahlreichen ähnlichen Neuentdeckungen wegen grob zusammengefasst, Nirvana, AC/DC, Queens of the Stone Age, Greenday, Marilyn Manson, Rage against the machine und so weiter, kurz: vor allem verschiedenste Genres des Rock. Danach schlug ich jedoch schon sehr bald andere Wege ein, die mich schließlich 2004 zu The Streets brachten.
Während meines gesamten Lebens begleitete mich zudem eine starke Neigung zum deutschen Schlager des frühen 20. Jahrhunderts, der sich durch den Kauf einiger Sampler in den letzten anderthalb Jahren intensivierte. Außerdem entdecke ich erst seit kurzer Zeit zum einen die bisher von mir eher wenig beachtete Schönheit von Frauenstimmen sowie einige „leicht zu verkraftende“ Jazzstücke für mich. Auch die Musikrichtung des Souls und Funks gefällt mir immer besser, wobei es für mich hierbei noch keine gezielten Käufe gab.

Konstant blieb bisher aber noch immer meine Abneigung gegen aktuellen Schlager sowie Volksmusik, Operette, Musical, Hupfdohlenpop, deutschen HipHop der letzten Jahre, amerikanischen HipHop, Mittelalterrock und natürlich einige konkrete Bands, wie zum Beispiel (ich muss es immer wieder betonen) Iron Maiden. ;-)

Aber für meine weitere musikalische Entwicklung, deren Bandbreite mit der Zeit wohl noch größer wird, habe ich noch genügend Zeit. Genau wie OldBoy sagte: Wir sind ja noch jung!

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