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masureneagleDurch die Kritik von Ulrich Rüdenauer „Für immer Hippie“ in der Südwestpresse vom 22.04.2006 fühlen sich alle Klon-Forscher bestätigt.
Auch auf den „Bart“ geht Ulrich sogar ein.
Benutzt eine phalluslastige Sprache …
Vielleicht hatte der gute Viagra-Promopackungen bekommen.
http://www.bietigheimerzeitung.de/html/news/artikel_kultur.php4?artikel=73861
ARTIKEL VOM 20. APRIL 2006
ROCKMUSIK / KONZERT MIT „RIDERS ON THE STORM“
Für immer Hippie
Ohrenbetäubend und phallozentrisch geben sich „Riders On The Storm“, die übrig gebliebenen Doors. Ian Astbury stellt Jim Morrison dar – es gefällt dem Publikum.
The Doors und insbesondere ihr charismatischer Kopf und Sänger Jim Morrison hatten immer eine ausgeprägte Neigung zum Authentischen. Morrison war die existenzielle Pose auf den Leib geschrieben; seine symbolistisch-psychedelische Lyrik war schwülstig-schwermütig, der Tod allgegenwärtig, und manchmal wälzte sich der Schwarm aller Sartre lesenden Hippiemädchen vor lauter Schmerz und Seelenqual auf der Bühne. Seit mehr als 30 Jahren ist Morrison tot, und wahrscheinlich würde er sich in seinem Grab auf dem Pariser Père Lachaise umdrehen, wenn er wüsste, was seine beiden ehemaligen Mitstreiter Ray Manzarek und Robby Krieger heute veranstalten: Sie revitalisieren den Mythos zusammen mit dem ehemaligen Sänger von The Cult, der den Morrison gibt.
Ian Astbury stand schon immer im Verdacht, durch Auftreten, Gestik und Stimme so etwas wie Leichenfledderei an Jim Morrison zu begehen; jetzt tut er es ganz offiziell. Er hält sich mit beiden Händen am Mikrofon fest, ein Bein hinter dem anderen, wippt balancierend hin und her, und auch der Vollbart erinnert an den späten, sich schon dem Hades nähernden Pop-Poeten Morrison. Das Authentische wird da zum Authentizitätskitsch.
„Riders On The Storm“ muss sich die Band nach einem Song der Doors nennen, denn der ursprüngliche Name ist Tabu – die Erben Morrisons haben da ein Auge drauf. So stehen sie auf der Bühne in der Frankfurter Jahrhunderthalle: Ray Manzarek an einem leider mit zu viel Effektgeräten ausgestatteten Keyboard, Robby Krieger an der Gitarre, Ian Astbury am Mikrofon, begleitet von einem Schlagzeuger und einem Bassisten, auf den die richtigen Doors einst verzichten konnten.
Viele berühmte Songs werden an diesem Abend musikalisch perfekt, kraftvoll und die Bluesrockwurzeln betonend heruntergespielt. Man bricht ohrenbetäubend hindurch to the other side, wo die Geister zu wohnen scheinen, die man anscheinend nicht mehr los wird: einmal Hippie, immer Hippie.
Vor allem Ray Manzarek, der auf alberne Weise aufgekratzt und theatralisch mit Händen und Füßen herumfuchtelt und im Lauf des Abends eine Menge Unsinn vor sich hinplappert, gibt den großen Zampano und Zeremonienmeister. Der Morrison-Darsteller Astbury hält sich zum Glück ein wenig zurück, aber Aussehen und dunkles Timbre lassen ihn den Morrison-Ähnlichkeits-Wettbewerb um Längen gewinnen.
Die Endlos-Soli
Das Konzert erinnert an eine Coverband, die besser sein möchte als das Original, und die gar nicht wenigen jüngeren Zuhörer – also solche unter 50 – scheinen damit vollauf zufrieden: Es rockt ja auch ganz schön, und was man von der obligatorischen Doors-Best-of im Plattenschrank kennt, wird hier meist munter über die Zehn-Minuten-Schwelle gedudelt, ob „Love Me Two Times“ oder „Light My Fire“. Dabei wird einem einmal mehr die Bedeutung der Punkbewegung deutlich: Sie hat zum mindesten Schluss gemacht mit den sich endlos hinziehenden Gitarren- und Orgelsoli, die immer genau auf einen Punkt zusteuern: „die Ejakulation“, wie es Ray Manzarek auszudrücken beliebt.
The Doors waren eben nicht nur dank Jim Morrison eine düster-melodramatische Band, sondern auch eine phallozentrische mit unbedingtem Willen zum Orgasmus. Das Hauptgewicht liegt heute eindeutig auf dem zweiten Aspekt: The Doors auf Viagra – come on baby, light my fire . . .
VON ULRICH RÜDENAUER
Klein Ulrich haut niemand um. Auch nicht in Bietigheim.
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Man braucht nur ein klein bisschen Glück, dann beginnt alles wieder von vorn.