Re: Pete Doherty

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bullitt

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MongolomReznor war im Gegensatz zu Doherty selbst bis an die Nasenspitze zugedröhnt in der Lage, z.B. seine Konzertverpflichtungen wahrzunehmen und mitreissende Shows zu spielen, statt ständig neue fadenscheinige Ausreden für geplatzte Shows und Tourneen zu erfinden, er konnte trotz allem hervorragende Musik produzieren und durch eben diese Musik statt medienwirksam inszenierter Drogenexzesse und öffentlichem Beziehungshickhack im Gespräch bleiben. Muss ich dir den Unterschied in Öl malen?

Musiker und Drogen waren schon immer untrennbar miteinander verbunden, damit hab ich auch kein Problem, aber Doherty überzieht es gewaltig.

Und mit „solche Gestalten“ meine ich alle, die tagelang ungewaschen, zugedröhnt und komplett fertig aussehen. Also exakt so, wie sich auch dein Liebling bevorzugt präsentiert. Dann bin ich halt nicht sozial genug, so zu tun, als ob mich das nicht abstößt. Ich kann prima damit leben.

Aha, jetzt wird´s wenigstens mal konkret und plötzlich reden wir hier über ganz banale Dinge wie geplatzte Konzerte. Ansonsten kann ich von meinem geliebten Idol leider auch nichts anderes berichten als du von deinem. Trotz allem schafft er es doch tatsächlich auch immer wieder hervorragende Musik zu produzieren. Die Show im Februar war eines der mitreisensten Konzerte die ich je erleben durfte und es waren zu meiner Überraschung auch nicht ausschließlich manipulierte und skandalhungrige Sun-Leser am Start. Die 2000 Gäste konnten doch tatsächlich auch noch die Texte auswendig mitsingen und tanzten gar zur Musik! Offensichtlich hatten viele schon mal in ein Album reingehört. Doherty stolperte zwar des öfteren voll krass junkiemäßig über die Bühne, war darüber hinaus aber erstaunlich guter Dinge. Top gepflegt, frisch geschwaschen bis hinter beide Ohren, hat nicht mal gestunken, trug einen gerade gebügelten Designer-Anzug über einem wiederum selbst designten T-Shirt der Marke Gio-Goi und sogar die schwarzen Lederschue schienen recht neu und gepflegt zu sein. Und rasiert hatte er sich auch, man glaubt es ja kaum. Recht ungezogen fand ich es allerdings, als er seinen 300 £-Hut achtlos auf die biergetränkte Bühne warf. Das gehört sich nun wirklich nicht und war etwas zu derb. Ansonsten hat er sich aber ganz gut benommen und sich auf der Bühne keinen Schuss gesetzt. Auf dem Weg aus dem Apollo-Theater sah ich dann zu meiner Verwunderung, dass es sich doch tatsächlich jemand traute, direkt neben ihm im Auto Platz zu nehmen. Eklig. Sachen gibt´s.

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