Re: Bruce Springsteen

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realman

Registriert seit: 06.03.2004

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Stormy MondayKann man wohl. Mir ging`s ne zeitlang mit meinem hochverehrten Dylan so (die religiösen Jahre) und bei meinen Lieblingen Stones muss ich auf neuen Studio-Alben nach einzelnen Perlen mit der Lupe suchen. Das ist traurig, aber wahr. Wenn dann ein Dylan ein neues, epochales Album rausbringt, freu ich mich wie Schneekönig, heul aber auch nicht, wenn`s nicht so ist. Und natürlich messe ich Bob, Mick, Bruce, Bowie, Neil und all die anderen an ihren Grosstaten. Und wenn nix mehr kommt, oder nur Uninspiriertes, Berechenbares, können sie ihren Scheiss behalten. Da gibt`s zu viel gute Musik, als dass man die „Grossen Namen“ nur des Namens wegen durchfüttern müsste.
Fand übrigens „Magic“ nicht ohne und die „Seeger-Sessions“ sogar richtig gut.
Und live ist Bruce seit meinem ersten (78-er) Konzert immer noch sein Geld wert.

Stattgegeben. Mein Post wollte sich aber auch eher auf Wolfgangs dauernde Nörgelei an Springsteens heutigen Live Qualitäten beziehen.
An denen gibt es nämlich wirklich nix zu rütteln, Teleprompter hin oder her.
Und ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass zum Beispiel die Devils and Dust Konzerte wesentlich schwächer waren als die 80er Jahre Stadion Konzerte.
Gerade auf der D&D Tour nämlich, hat Bruce nochmal eindrucksvoll bewiesen was für ein Ausnahmeperformer er noch immer ist.
Und den ständige Verweis auf irgendelche 78er Bootlegs empfinde ich als geradezu albern.
Denn dass sich die E Street Band mit nun im Schnitt 60 Jahren anders anhört als noch vor 30 Jahren, ist doch völlig klar.

Und auch was die Alben angeht, hat Springsteen in den letzten Jahren wahrlich keinen schlechten Job gemacht. Sowohl Devils and Dust als auch Magic sind in meinen Augen sehr gute Platten und enthalten einige Perlen. Und die Seeger Session möchte ich ebenfalls nicht missen.

Lediglich The Rising ist für mich ein Totalausfall, was aber (wie ich schon oft erwähnt habe) insbesondere mit der sterilen Produktion zu tun hat.

Wie steht es noch mal im Regioactive Artikel:
„Mit einer Wucht, wie sie die E Street Band mitbringt, kommt O’Brien jedoch nicht zurecht und vernichtet sämtliche Dynamik, indem er auf maximale Lautheit setzt.“

So sehe ich das leider auch. Ein gutes Beispiel dafür ist „Radio Nowhere“. Die Lautsstärkeregler bis zum Anschlag raufgeschoben, Dynamik und Transparenz aber gleich Null. Hauptsache es knallt.
Nur am Rande, ein gutes Gegenbeispiel ist in meinen Augen Dylans „Modern Times“. Man höre nurmal die ersten Takte von „Thunder on the Mountain“ an. Ja, so muss eine CD klingen.

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