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otisBeat, Nihil, Beat passt. Nicht Pop. (Beat hat in diesem Zusammenhang hat natürlich nichts mit Mersey- oder 60´s-Beat zu tun)
Ja, die Beat-Generation. Bisher hatte ich mir noch nie großartig Gedanken über diesen Ausdruck gemacht. Warum passt „Beat“? (dieser Beat begann natürlich auch vor dem 60´s-Beat)
Irgendwie bringe ich im Kopf immer Brinkmann und Bachmann zusammen, obwohl die zwanzig Jahre älter gewesen sein mag. Bemüht beide und begabt. Ist das so falsch, Kenner?
Nein, den Vergleich finde ich, obwohl ich Brinkmann bisher eindeutig mehr schätze als Bachmann, gut. Natürlich gehen sie sprachlich in eine ganz andere Richtung, aber bei beiden ist die Stimmung, die sie eigentlich immer zu vermitteln scheinen, sehr gewollt. Bei Brinkmann dieses Abgefuckte, die Unzufriedenheit, die Wut und Bachmann ewig depressiv, leidend, übermelancholisch (dazu auch viel zu oft die gleichen Bilder, die sie heraufbeschwört). Alle beide darin scheinbar ausnahmslos. Unbegabt ist Ingeborg Bachmann (14 Jahre älter als Brinkmann, umgekommen ähnlich tragisch wie er) sicherlich nicht gewesen, es gibt auch ein paar Gedichte von ihr, die mir sehr gefallen und sowohl „Die gestundete Zeit“ als auch ihre „Anrufung des Großen Bären“ sind alles andere als schlechte Gedichtbände, aber insgesamt mag ich sie nicht. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, Nelly Sachs, deren Band „Flucht und Verwandlung“ ich mir jetzt endlich mal wenigstens kopieren konnte (scheinbar völlig in Vergessenheit geraten, diese Nobelpreisträgerin), ist die viel bessere Ingeborg Bachmann.
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