Re: Annett Louisan – Bohème

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hank-williams

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Originally posted by Mr.GB@14 Jan 2005, 20:54
Sie erinnert mich an einen alten männlichen Unterhalter, der auch unterschätzt wird, weil er seinen eigenen Weg ging… Manfred Krug.

Als selbst schon seit Äonen Schreibender (Drehbücher, Songs, Gedichte, Kurzgeschichten etc. pp.) bleibe ich dabei, daß die Texte auf der Louisan-Platte nicht sonderlich gelungen, sondern in erster Linie bloß allzu bemüht sind. (Aber vielleicht lege ich mit meinen popmusikalisch-lyrischen Vorlieben – Dylan, Mitchell, Randy Newman usw. – ja auch einfach zu hohe Maßstäbe an, die so ein Instant-Tralala ohne jedweden künstlerischen Nährwert natürlich nicht erfüllen kann.)
Und Manfred Krug bitte ich hier mal herauszuhalten, dessen Oeuvre (zumindest bis einschließlich „Da bist du ja“ Ende der 70er) ich relativ gut kenne und da überhaupt keine Ähnlichkeiten sehe. (Hör Dir nur mal die sowohl musikalische als auch sprachliche Fülle und Reichhaltigkeit von Platten wie „Das war nur ein Moment“ oder auch „Ein Hauch von Frühling“ an. Der Louisan hingegen fehlt nicht nur ein solcher Arrangeur wie Günther Fischer, sondern eben auch ein richtig guter Texter – die hat es in der DDR noch in ziemlicher Fülle gegeben, u.a. Clemens Kerber, Ingeburg Branoner etc. pp.) Sicher, Annett will auch wieder in so eine Art ostdeutsche Amiga-Chanson-Tradition eintreten, das gelingt ihr aber, wie gesagt, auf ihrem Album nur sehr selten.

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„Kreuzberg ist so hart, dass sogar die Steine sagen: Wir sind zu weich für die Strasse. So hart ist Kreuzberg.“ (Catee)