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Also, das mit der Körperhaltung hat einen einfachen Grund…
Damals gab es weitgehend Standmikrophone – ein Pinn, ober das Mikro eingeklemmt, dann unten einen Dreifuß. Galgenmikrophone waren selten, da teurer, unhandlicher und auf den kleinen Bühnen nicht zu gebrauchen. Beim Singen mußte man genau Abstand zum Mkro halten, wegen der (unvariablen) Empfindlichkeit, denn nur dann war Musik und Gesang im richtigen (vorher ausgetüftelten) Mix. Mit den Füßen konnte man sich nicht direkt vor das Mikro stellen, weil dort der Dreifuß im Weg war, d.h. die Füße standen dreißig Zentimeter weiter hinten, dann macht man natürlich einen Entenarsch. Weil die Mikros vor dem Auftritt eingestellt wurden, die BAnd war 'kalt', stand man also aufrecht, d.h. nicht mit gespreizten Beinen, so hatte man (Mikroabstand zum Mund!) auch beim späteren Auftritt keine Möglichkeit, während des Gesangs die Beine zu spreizen, dann wäre der Mund tiefer gewesen und der Gesang weg/zu leise. Da Bands ja viele Stunden pro Abend spielen mußten, ergab sich sowas wie eine typische Stellung.
Ich finde auch, daß die Gitarrenhaltung der Kentuckys ziemlich cool ist. Ich mag natürlich Steve Marriotts tief hängende Gitarre, aber da spielt man anders, auch unsauberer. Der Kentucky in der Mitte ist Peter Zadina, von dem Monika Rüttgers, die Freundin von Kentucky rechts (Peter Frohn), sagt, daß er nicht einmal unfallfrei stehen konnte.
Für das Wissen über die Beatszene in der BRD empfehle ich dringend Alan Claysons „The Hamburg Sound“, dort wird Deutschland 1962-1967 aus englischer Sicht beleuchtet, und so manches deckt sich mit dem, was ich in „Shakin' All Over“ geschrieben habe.
Stimmt, ich bin nicht oft auf dieser Seite – zu wenig Zeit.
Grüße
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