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Originally posted by latho@12 Apr 2004, 20:14
Darum ging's mir nicht – ich finde Gewalt sollte ähnlichen Regeln wie Sex (wenn man Pornographie mal so bezeichnen will) unterworfen sein. Das ist aber nicht der Fall.
Wobei da immer noch die Frage offen bliebe, ob man Gewalt- und Sexdarstellungen gleichsetzen kann. Auf der einen Seite wäre bei Gewalt zwischen echter (Nachrichten) und gespielter (Filme) zu unterscheiden, auf der anderen Seite kannst du bei Hardcore-Szenen diese Unterscheidung ohne weiteres so nicht ziehen, da könntest du im ungünstigen Fall (der mitunter gerne zum Regelfall erklärt wird) von einem gespielten, falschen Vergnügen der Darsteller an den gezeigten Handlungen ausgehen, der Sex selbst ist aber in allen Fällen echt.
Die Wirkung der einzelnen Darstellungen ist dann noch mal eine andere Sache.
Ich seh elitär da wertfreier. Früher hab ich auch immer alles als elitär bezeichnet, was mir nicht gepasst hat, aber irgendwann muss man sich mal an die eigene Nase fassen.
Da sind wir einer Meinung. Nur hast du „Kritiker mit elitärem Anspruch“ so definiert, daß sich der Kritiker bewusst vom Massengeschmack abheben will, wohingegen ich das eher als überheblich/voreingenommen bezeichnen würde. „Elitär“ mache ich lieber daran fest, mit welchem Anspruch/Hintergrundwissen der Kritiker den einzelnen Film angeht, egal, ob es sich um Mainstream- oder Arthaus-Kino handelt, kurz gesagt: Welche Sorgfalt, Mühe und welchen Stil der Kritiker bei seiner Rezension walten lässt.
MfG
Anachronist
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Die eigene Schönheit verblasst immerzu im Angesicht der Schönheit der Geliebten.