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Originally posted by Anachronist+11 Apr 2004, 16:07–>
QUOTE (Anachronist @ 11 Apr 2004, 16:07) Na ja, ich glaube trotzdem, daß man sich damals erzähltechnisch noch mehr Mühe gegeben hat, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Gerade in den 90ern war es doch so, daß ein bißchen CGI genügte, und die Leute sind in's Kino gestürmt. (Mich eingeschlossen.) Und die erwartete Verbesserung auf Seiten der verfilmten Drehbücher ist bisher auch ausgeblieben. Vielmehr hat die Anzahl der Effekte nochmals zugenommen, aber qualitativ verbessert haben sie sich nicht unbedingt.
Das ist aber genau der Punkt: Hollywood (also das Massenkino) ist nicht dumm, irgendeinen Trick/effekt klaut man regelmäßig bei einem eher unbekannten Film oder es wird eben ein neuer Publikumsmagnet, CGI, die neue Julia Roberts, etc. eingesetzt und schon gibt es genügend Veränderung, so dass die Leute doch nicht abspringen. Dass die Drehbücher/Charaktere/Handlungen dieselben bleiben, fällt den meisten nicht weiter auf. Aber das ist auch der Grund, warum man „eigentlich“ ins Kino geht. Die ersten Filmvorführungen zeigten eine Lokomotive, die auf das Publikum zuraste: vorhersehbare Handlung, ausdrucksarmer Hauptdarsteller.
Ich denke, dass es wie bei Literatur, Musik etc verschiedene Ansprüche an das zu Sehende/zu Hörende gestellt wird. Die „breite Masse“ interessiert sich für den schnellen Kick und hat den Film dann wieder vergessen.
Originally posted by Anachronist@11 Apr 2004, 16:07
Die Qualität der Tatorte hängt ja sehr von den einzelnen Standorten ab, und wenn es dort zufällig eine Filmhochschule gibt, dann sehen sie IMO nicht zwingend danach aus, als hätte man die Bildregie vergessen, wenngleich ich den Teilen eine speziell deutsche Fernseh“ästhetik“ nicht absprechen kann.
Das ist alles so langweilig und vorhersehbar – mit dem deutschen Fernsehen (privat wie öffentlich) habe ich im allgemeinen abgeschlossen.
Originally posted by Anachronist@11 Apr 2004, 16:07
Das scheint es um's Feuilleton ja ziemlich schlecht bestellt zu sein… ;) (Welche ZEIT-Kritik meintest du denn?)
Eigentlich alle. Die letzte gute Kritik aus der Zeit, an die ich mich erinnere, ist Michael Althens Besprechung von Fabulous Baker Boys – die ist von 1989…
Heute sind es immer wieder diese ganzen Struktualisten, die keinen Job an der Uni bekommen haben und jetzt Filmkritiken schreiben müssen (ohne auf dem Gebiet besonders bewandert zu sein). Also wird jeder Film (vor allem die amerikanischen) völlig vorhersehbar auf „Zeichen“ ausgewertet und seziert. Am Ende weiß man nichts über den Film, nur über die scheinbare Brillianz der Autoren. Geht mir schon länger auf die Nerven.
Ohne die genaue Übersicht zu haben: die taz ist ganz gut.