Re: Kill Bill: Vol. 2

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anachronist

Registriert seit: 24.07.2002

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Originally posted by „latho“
Ich kann den Pessimismus auch nicht teilen. Das Verhältnis guter zu schlechter Filme wird bleiben – so wie es immer schon war. Wenig gute, viele schlechte Filme. Das es gelegentlich so scheint, als würde es in der Vergangenheit besser gewesen sein, liegt daran, dass nur die guten Filme überdauern. Zumindest ich habe die 80 miterlebt und deswegen auch allen Multiplex-Schrott. Durch's Miterleben ist die Wahrnehmung verzerrt.

Na ja, ich glaube trotzdem, daß man sich damals erzähltechnisch noch mehr Mühe gegeben hat, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Gerade in den 90ern war es doch so, daß ein bißchen CGI genügte, und die Leute sind in's Kino gestürmt. (Mich eingeschlossen.) Und die erwartete Verbesserung auf Seiten der verfilmten Drehbücher ist bisher auch ausgeblieben. Vielmehr hat die Anzahl der Effekte nochmals zugenommen, aber qualitativ verbessert haben sie sich nicht unbedingt.

Das mit den Tatorten kann ich gar nicht nachvollziehen. Ich mache die an und sehe nur „sprechende Köpfe“. Nur weil es Fernsehen ist, muss man ja nicht die Bildregie vergessen.

Die Qualität der Tatorte hängt ja sehr von den einzelnen Standorten ab, und wenn es dort zufällig eine Filmhochschule gibt, dann sehen sie IMO nicht zwingend danach aus, als hätte man die Bildregie vergessen, wenngleich ich den Teilen eine speziell deutsche Fernseh“ästhetik“ nicht absprechen kann.

Und um bei 90% zu bleiben. Roger Ebert schreibt bessere Kritiken als 90% des deutschen Feuilletons (gerade eben wieder die Zeit gelesen – schrecklich).

Das scheint es um's Feuilleton ja ziemlich schlecht bestellt zu sein… ;) (Welche ZEIT-Kritik meintest du denn?)

Ebert rezensiert eben so gut wie jeden Film, der in Übersee startet. Wenn du das über 30 Jahre lang machst, hast du eben eine gewisse Routine entwickelt; gleichzeitig bist du aber auch angreifbarer, weil sich wirklich jede andere Kritik mit der von Ebert zu einem bestimmten Film vergleichen lässt, und da findet sich eben viel einfacher auch mal eine Kritik, bei der Ebert u.U. nicht auf der Höhe seines Handwerks war…

MfG

Anachronist

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