Startseite › Foren › Fave Raves: Die definitiven Listen › Die besten Alben › Umfrage: Eure 20 liebsten Jazz Piano-Trio-Alben (bis 15.02.2026) › Antwort auf: Umfrage: Eure 20 liebsten Jazz Piano-Trio-Alben (bis 15.02.2026)
Plätze 1-2

1. KEITH JARRETT, GARY PEACOCK, JACK DeJOHNETTE – Changeless (ECM/1989) – [206 | 9]
Das Siegeralbum: Changeless (1989) von Keith Jarrett, Gary Peacock und Jack DeJohnette. 9 Nennungen, 206 Punkte – nicht das bekannteste Album des Standards Trios, aber für viele Teilnehmer offenbar das Essenzielle, weil Außergewöhnliche.
Das Album versammelt vier frei improvisierte Stücke von vier verschiedenen Konzerten aus dem Oktober 1987. Keine Standards, sondern ausschließlich Improvisation – ein Konzept, das Jarrett und Produzent Manfred Eicher aus den verschiedenen Mitschnitten entwickelten. Die Veröffentlichung erfolgte erst 1989, zwei Jahre nach den Aufnahmen.
Das Trio erreicht hier eine telepathische Einheit: Jarrett lässt Pausen für DeJohnettes Beckenschläge, DeJohnette ignoriert vorgegebene Rhythmen um Klänge anschwellen zu lassen, Peacock dreht mit Oktavwechseln den Charakter einzelner Momente komplett um. Die Musik wechselt zwischen vehementen, pathetischen Passagen und stillen Momenten mit winzigen, aber entscheidenden Details. Jarrett schreibt in den Linernotes über den Versuch, das wahre Ich hinter der Persönlichkeit zu finden – „an expression of what is essential from the center of music, and of what is changeless“. Eine radikal zugängliche Musik trotz ihrer improvisatorischen Komplexität. Lieblingsalbum von @atom, @gypsy-tail-wind, @h8g7f6 und @kathisi.

2. CHICK COREA – Now He Sings, Now He Sobs (Solid State/1968) – [192 | 9]
Knapp dahinter auf Platz 2: Chick Coreas Now He Sings, Now He Sobs (1968) mit Miroslav Vitouš und Roy Haynes. Ebenfalls 9 Nennungen, mit 192 Punkten nur 14 Punkte hinter dem Sieger.
Aufgenommen in drei Sessions im März 1968 in den A&R Studios, New York. Chick Corea war 26, Miroslav Vitouš erst 20 Jahre alt, Roy Haynes feierte am Tag vor der ersten Session seinen 43. Geburtstag. Die Original-LP umfasste 40 Minuten, später kamen für CD-Reissues noch 30 Minuten Bonusmaterial hinzu. Ausschließlich Corea-Kompositionen – standard-taugliches Material mit komplexen Harmonien und einer rhythmischen Ebene, die direkt ins Material eingeschrieben ist. Vitouš spielt elastisch zwischen Basis und Ornament, trägt die Evans-Trio-Tradition in diese neue Formation.
Lieblingsalbum von @vorgarten.
--
Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...