Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Shoji Aketagawa Trio – Fly Me to the Moon | Bei mir gestern noch dieses Album des wohl eigenwilligsten japanischen Pianisten, der mir bisher untergekommen ist … Aketagawa (1950-2024) war der Besitzer vom Jazzclub Aketa No Mise und dem zugehörigen Label Aketa’s Disk, vom dem einige vielleicht dank der J-Jazz-Reihe von BBE schon gehört haben. Koichi Yamazaki am Bass und Takashi Miyasaka am Schlagzeug sind auf diesen Aufnahmen von 1978 (Seite 1 der LP) und 1974 (Seite 2 der LP) dabei. Vom späteren Termin stammen zwei 14minütige Standards, „There Is No Greater Love“ und „Fly Me to the Moon“, von den beiden Daten vier Jahre früher zwei Originals („おばさゃまお手をとうぞ = Obachama Ote O Douzo“ und „アケダズ・ブルース = Aketa’s Blues“) sowie noch ein Standard, „You Don’t Know What Love Is“. Das geht von fast naiver Behandlung der Themen und Melodien zu wilden Ausbrüchen, die mit ihren Kanten, Sprüngen, Dissonanzen an eine Art Fortschreibung von Monk erinnern. Dabei gibt es feste Metren (vermutlich auch Formen, ich hab das nicht nachzuvollziehen versucht) … und aus den wildesten Passagen taucht unvermittelt plötzlich wieder die Melodie auf – auch mittendrin, lang vor es Zeit für eine Themenrekapitulation wird. Ich habe von Aketagawa neben diesem und dem schon kurz erwähnten anderen Trio-Album noch weitere Aufnahmen gekauft, solo, Duo, im Quartett mit Sax und im Trio mit Gästen … werde das ein anderes Mal vertiefen, aber die ersten Eindrücke sind faszinierend.

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