Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Howard Riley Trio – Synopsis | Abgesehen von einer CD mit BBC-Aufnahmen ist das hier die letzte Lücke, die ich bei Riley noch hatte. Etwas zu teuer mit einer weiteren Emanem-CD gekauft … das Label hatte ich viel zu wenig auf dem Schirm all die Jahre, allein der ganze Derek Bailey-Katalog wäre ein Fest, aber der ist natürlich auch ziemlich teuer geworden. Die Aufnahmen auf „Synopsis“ sind in London am 19. Oktober 1973 entstanden, Guy spielt auch Bassgitarre und Oxley zu den Drums noch Live-Electronics, beide nutzen auch „pedal-controlled amplification“. Die Musik ist sehr frei, es gibt auf der CD die vier Stücke der einstigen Incus-LP sowie das 18minütige „Runes“ als Bonus. Die Session, so steht auf der Rückseite, sei am Vor- und Nachmittag aufgenommen worden, am selben Abend wirkten die drei in einem anderen Studio noch bei einer Session von Iskra 1912 mit, einem Projekt des Posaunisten Paul Rutherford. Das Trio, so Riley in kurzen Liner Notes von 2000 „used both open form (i.e., totally improvised) and set-form approaches. This recording concentrates on the latter. The use of graphic frameworks mixed with conventional musical notation, which still allowed freedom for the improvising musician, was something we were all familiar with – Barry with the London Jazz Composers Orchestra, Tony with his Quintets and Sextets – and I devised the enclosed five pieces specifically for the Trio recording. Each piece was completed in one take and no overdubbing was used.“ – Wichtiger als der konzeptionelle Aspekt, den man bei solchen Stücken eh kaum heraushören kann, sei „the feeling and interaction within the group“ gewesen. Das Trio war ja über Jahre als working group unterwegs, seit 1971 mit Oxley am Schlagzeug, und das merkt man natürlich auch bei solchen freien Aufnahmen. Die drei verstehen sich blind, auch im freien Spiel wirkt es oft so, als würden sie praktisch gemeinsam atmen, die Sounds vom Klavier, dem auch unkonventionell (mit Drumsticks und anderen Objekten) bearbeiteten Bass, den Drums und der Elektronik, verschmelzen zu einem einzigen Ganzen. Auch hier gibt es oft viel Raum – das ist nicht die hochenergetische Musik, die vermutlich eher bei den „open form“-Stücken zum Tragen kam. Faszinierend.

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