Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Hank Jones / Dave Holland / Billy Higgins – The Oracle | Ein All-Star-Trio, aufgenommen in New York im März und April 1989 (Skyline Studio, James Farber). Meine CD kommt zwar aus Frankreich, aber Liner Notes sind nur japanische dabei, Line-Up und Trackliste sind zweisprachig, die Produktions-Credits nur Englisch und dort ist auch zu lesen, dass das Trio erstmals 1988 im Rahmen der Philip Morris Superband Tour zusammengespielt habe. Es hat etwas gedauert, aber die paar Durchgänge die letzten Tage bringen wohl gerade einen kleinen Durchbruch: das Album wächst mit jedem Hörgang. Das ist ziemlich stille Musik, Jones spielt fast so wenig wie sein Kollege John Lewis, Dave Holland kriegt zwar viel Raum für seinen wunderbar aufgenommenen Bass und seine federnden Linien, aber auch er forciert nichts. Und das tut Billy Higgins erst recht nicht, der seine Meisterschaft an den Besen unter Beweis stellt. Vielleicht hat es gerade deshalb länger gedauert – aber in der scheinbaren Zurückhaltung liegt gerade der Zauber der Albums, das eben doch ein ständig aktiv interagierendes Trio präsentiert. Es gibt ein paar Standards („Beautiful Love“, „Yesterdays“), ein paar Originals („Interface“ von Jones, das Titelstück, „Blues for CM“ – Mingus nehme ich an – und der CD-Bonustrack von Holland), dazu je ein Stück von Strayhorn („Blood Count“, ein Highlight), Ray Drummond (der Walzer „Maya’s Dance“) und Jimmy Heath (der Closer „Trane Connections“).

Scheint ursprünglich ein Philip Morris Promo-Ding gewesen zu sein, mit dem Titel „Interface“, anderem Cover (minus „Jacob’s Ladder“ von Holland, fehlt auch auf der frz. LP, aus Platzgründen halt) und hübsch als Box (Cover nicht von David Stone Martin sondern von einem Colin Williams, wohl Brite, jedenfalls ist diese erste Ausgabe – die es auch auf CD gab, aber ohne den zusätzlichen Track – in England erschienen):

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