Antwort auf: Umfrage: Die 20 besten Tracks von Die Ärzte

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jan-lustiger

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@lysol liefert eine stark 80s- und noch stärker Farin-Urlaub-lastige Liste ab. Inklusive kleinem Gag am Anfang: Auf „Mädchen“ (Debil, 1984) folgt „Junge“ (Jazz ist anders, 2007). Und danach? Zahlreiche Tracks aus den Sahnie-Jahren, zehn insgesamt, davon fallen vier auf die Debüt-LP Debil (1984), drei auf die Debüt-EP Zu schön, um wahr zu sein! (1983), zwei auf Zweit-LP Im Schatten der Ärzte (1985) und eine auf Zweit-EP Uns geht’s prima… (1984). Aus späteren Jahren ist einzig Geräusch (2003) mit zwei Tracks vertreten. Neben Single-Hit „Unrockbar“ hat es noch der Fan-Favorit „Jag Älskar Sverige!“, Farin Urlaubs absurde Hommage an Schweden, in die Liste geschafft.

Unter den ungewöhnlicheren Nennungen findet sich tatsächlich eine Single – und zwar eine sträflichst unterschätzte, wenn ihr mich fragt. Der einzige Bela-Song – neben seinen Kompositionsanteilen an „Schrei nach Liebe“ (Die Bestie in Menschengestalt, 1993), „Radio brennt“ (Ist das alles? 13 Höhepunkte mit den Ärzten, Compilation 1987) und „Madonnas Dickdarm“ (Live: Nach uns die Sintflut, 1988) – ist „Goldenes Handwerk“ (Musik/Text: Bela B. Felsenheimer), das 1998 nach dem Über-Hit „Männer sind Schweine“ als zweite Single aus der 13 ausgekoppelt wurde. Der herrlich selbstironische Country-Track über das Schlagzeugerdasein – mit Knut Bewersdorff von Truck Stop als Gastmusiker an der Steel-Guitar – war eine ungewöhnliche Wahl und hinterließ im Gegensatz zum Vorgänger keine sonderlich großen Spuren in den Charts. Nach Veröffentlichung des Titels kamen wohl jahrelang Drummer auf Bela B. zu, die sich für das liebevolle Porträt ihrer Zunft bedankten. Besonders schöner musikalischer Gag: Der verhunzte, weil viel zu hektisch gespielte, Drum-Break nach dem ersten Refrain.

Auch die Nummer Eins dieser Liste sei an dieser Stelle noch angebracht. „Mädchen“ (Musik/Text: Farin Urlaub) ist ein schönes Beispiel für den ungemeinen Pop-Appeal der frühen Ärzte und eines der Highlights der an Highlights sicherlich nicht armen Debil. Im angehängten Video performt die Originalbesetzung der Ärzte das Stück live fürs deutsche Fernsehen – in Römerkostümen, weil halt. Zu den weiteren musikalischen Gästen gehörte der heute in Ungnade gefallene Gary Glitter, von dem sich Glam-Rock-Fan Bela in voller Montage ein Autogramm holte. „Nice costume“, soll Glitter bei dem Anblick gesagt haben.

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