Antwort auf: Umfrage: Die 20 besten Tracks von Die Ärzte

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jan-lustiger

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Die nächste Liste stammt von @mahoney, der sich bis hierhin wohl die größten Chancen auf den Dissenshorst ausrechnen dürfte. Kein „Schrei nach Liebe“, kein „Westerland“, 13 Songs, die nie in irgendeiner Form als Single erschienen sind und, was mich besonders freut: Das Debüt der nicht regulär im Handel erhältlichen 5, 6, 7, 8 – Bullenstaat! (2001), auf der Die Ärzte auf 24 Tracks in 21 Minuten so ziemlich alles liebevoll durch den Kakao ziehen, was man an Deutschpunk lieben oder hassen kann.

Die Liste konzentriert sich auf die 80er- und 90er-Jahre, nach 2001 hat es kein Track mehr in die Liste geschafft. Ich zähle 15 Farin-Nummern, 4 von Bela (bisheriger Rekord) sowie mit „3-Tage-Bart“ (Le Frisur, 1996) eine Co-Komposition der beiden. Ebenfalls ein First: Die Nummer Eins stammt mit „Der Graf“ (13, 1998) ebenfalls von Bela. Bei diesem Fan-Favoriten handelt es sich um den wohl schönsten Felsenheimer-Take auf den Graf-Dracula-Stoff, mit dem der große Horrorfan schon seit den Anfangstagen der Ärzte geliebäugelt hat. „Der Graf“ ist ein Abgesang auf den Mythos des einst so mächtig erscheinenden Wesens, das keine Kinder mehr erschrecken und keine Jungfrauen mehr bezirzen kann – letzteres aus „Angst vor HIV“, wie später im Text verraten wird. Dieser Gegenwartsbezug ist insofern ein Geniestreich, als dass der Verweis auf die harte Realität der Moderne der Horrorfigur ihre Naivität und damit ein Stück weit auch die Unschuld nimmt – was sich auf dem Papier erstmal wie ein Widerspruch liest. Auch die Musik balanciert, passend dazu, elegant zwischen melancholisch und heavy. In diesem Sinne: Hier kommt „Der Graf“ (Musik & Text: Bela B. Felsenheimer).

Und weil ich nicht weiß, wie oft ich dazu noch die Gelegenheit bekomme, hier mit „Elektrobier“ (Musik: Bela B. Felsenheimer, Rodrigo González, Farin Urlaub / Text: Bela B. Felsenheimer) noch eine Nummer von der 5, 6, 7, 8 – Bullenstaat!.

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