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The Three Sounds – Bottoms Up! | Ich hab grad nicht allzu viel Zeit, aber höre doch fast jeden Tag irgendwas, was hier Erwähnung verdient … gestern war’s diese neu aus Japan eingetroffene frühe Album der Three Sounds, auf dem drei weitere Stücke von den ersten zwei Sessions im September 1958 (klick), „Angel Eyes“, ein tolles „Falling in Love with Love“ als Closer sowie „Time After Time“, dazu kommt die nächste Session der Gruppe für Blue Note mit fünf Stücken vom Februar 1959. Der Blick in die Diskographie von Bruyninckx verrät hier, dass viele der Stücke auch auf Singles erschienen sind. Das leuchtet bei dieser tiefenentspannten bluesigen Groove-Musik natürlich sofort ein. Es gibt „Besame Mucho“ zum Einstieg, von Harris kriegen wir ein funky Originals namens „Jinne Lou“ (benannt nach der Chefin eines Restaurants gegenüber vom Smalls‘ in New York), dazu kommen weitere Standards wie „I Could Write a Book“ und „Love Walked In“, aber auch das seltener gehörte „Nothing Ever Changes My Love for You“ (Fisher-Segal). Eine runde Sache, die nicht vieler Worte bedarf – meine Three Sounds Sammlung wächst also im gemächlichen Tempo weiter und ich freue mich.

Michel Petrucciani – Michel Petrucciani | Das ist dann eine ganz andere Angelegenheit: ein virtuoser junger Pianist mit ungewöhnlicher Geschichte und voller Tatendrang. Mit Jean François Jenny-Clark und Aldo Romano stellt Michel Petrucciani sein Können unter Beweis, druckvoll, flexibel, mit dichtem Interplay und immer mit einem Plan, einer Richtung, einem Ziel. Der Bebopper’s favorite „Cherokee“ macht den Abschluss, davor kriegen wir neben „Days of Wine and Roses“ je zwei Originals von Petrucciani und von Romano. Zwei Tage Anfang April 1981 in einem Studio in den Niederlanden kriegte das Trio Zeit um das kompakte, hervorragend funktionierende Album einzuspielen, das bei Owl erschien. Lange nicht gehört, klingt für meine Ohren heute sehr frisch.

Don Friedman – Hope for Tomorrow | Auch ein Poet wollte mal ein Fender Rhodes ausprobieren … und manches, was dabei herauskommt, wirkt schon fast wie irgendwas an der Schnittstelle von Drum ’n‘ Bass und Trip Hop der frühen Neunziger. Friedman spielt neben dem Piano und E-Piano auch einen ARP String Synthesizer, Lyn Christie ist am Kontrabass und der elektrischen Bassgitarre dabei, Bill Goodwin trommelt die Beats zwischen ausgespart rockigem, leichten Latin-Grooves und mehr. Das Material stammt von Friedman und Chrstie (vier bzw. zwei Stücke), ist mal verspielt poetisch, dann bluesy oder funky. Die Aufnahme entstand an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Juli 1975 im Vanguard Studio für East Wind … irgendwie hatte ich dieses Album 2015, als die East Wind-Reihe lief, übersehen. Vom ersten Eindruck her ziemlich toll.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba