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Danke, genau so ist es @wenzel
. Hätte ich vielleicht etwas klarer formulieren sollen, wie mir gerade erst auffällt. Könnte man das tatsächlich missverstehen in dem Sinne, dass ich die Filme noch nicht gesehen hätte. Ich meinte damit aber natürlich die Wertungsdiskrepanz zwischen Goldfinger und Moonraker bei TH. In den meisten Fällen liegt eher Goldfinger vor Moonraker und zwar zum Großteil auch recht deutlich.
Ich würde auch gerne ein paar kurze Sätze zu den jeweiligen Filmen schreiben um meine Wertung generell etwas verständlicher zu machen:
007 jagt Dr. No (1962) – ★★★
Sean Connery trägt den Film mit seinem wahnsinnigen Charisma und der starken Optik fast allein, auch wenn die Action heute stellenweise eher unfreiwillig komisch wirkt. Die Story und das Bond-Girl bleiben eher blass, aber als ikonischer Start war das eine solide Basis, die bereits viele bekannte Bond-Markenzeichen etabliert hat.
Liebesgrüße aus Moskau (1963) – ★★★½+
Sean Connery überzeugt erneut mit enormem Charisma, während der Kampf gegen Grant im Zug das bisherige Highlight der Reihe markiert. Trotz des leider etwas dünnen Kernplots und einiger heute speziell wirkender Momente wie der Hubschrauber-Szene ist der Film dank des legendären Blofeld eine Steigerung zu Dr. No.
Goldfinger (1964) – ★★★★★
Als bisher kreativster und spannendster Teil überzeugt der Film durch Gert Fröbes lebendigen Antagonisten und Highlights wie die Laser-Folter oder den ikonischen Henchman Oddjob. Sean Connery ist hier eleganter denn je, und dank des erfrischenden britischen Humors sowie der starken Technik-Inszenierung ist das für mich ein herausragender Bond-Film
Feuerball (1965) – ★★★½
Trotz der starken Chemie mit Fiona Volpe und der exotischen Bahamas-Kulisse bleibt der Film für mich leider wieder deutlich hinter Goldfinger zurück, da vor allem die zu ausgiebigen Unterwasserszenen ein wenig auf Kosten der Charaktere gehen. Die simple Story und das unrealistische Flugzeug-Finale machen den Streifen zwar handwerklich solide, aber für mich ist er kein „Must Watch“. Largo als Antagonist war realtiv gut, kommt aber nicht an Fröbe heran und er strauchelt am Ende auch wegen der genannten vielen stummen Unterwasserszenen.
Man lebt nur zweimal (1967) – ★★★+
Das japanische Setting und der fantastische Soundtrack sorgen für tolle Momente, während der Plot rund um die verschlungenen Raumschiffe und die fehlenden Wendungen etwas zu linear bleibt. Sean Connery rettet mit seinem Charisma über einige Logikbrüche und das Fehlen eines starken Gegners wie Oddjob hinweg – unterm Strich ein solider Bond.
Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969) – ★★★★½
Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber Lazenby überzeugt dieser Bond durch seine menschliche Seite, die großartige Chemie mit Bondgirl/Ehefrau Tracy und Telly Savalas als idealem Blofeld. Die spektakuläre Alpen-Action und das i-Tüpfelchen der Schluss des Films, der so untypisch für die bisherigen Bond Streifen ist, so tragisch und dramatisch. Gar melancholisch und poetisch? Kein Happy End mit einem Bond der mal wieder alles gewinnt. Er verliert diesmal alles. Großartiges Ende.
Diamantenfieber (1971) – ★★½
Obwohl der trockene Humor und das abgedrehte Henchmen-Duo Mr. Wint und Mr. Kidd für Unterhaltung sorgen, wirkt der Film durch die recycelte Story und ein eher anstrengendes Bondgirl wie ein Rückschritt. Connery spielt zwar gewohnt souverän, doch im Vergleich zum starken Vorgänger landet dieser eher parodistisch wirkende Streifen für mich eher auf einem hinteren Platz.
Leben und sterben lassen (1973) – ★★
Roger Moore wirkt auf mich in seinem Debüt noch nicht wie die Idealbesetzung, was durch eine hanebüchene Handlung und den geradezu lächerlichen Reveal von Kananga als Mr. Big zusätzlich erschwert wird. Auch wenn der starke Soundtrack von McCartney und schräge Charaktere wie Baron Samedi punkten, bleibt der Film wegen der trivialen Plot-Logik und dem bizarren ‚Ballonga‘-Finale mein bisheriges Schlusslicht.
Der Mann mit dem goldenen Colt (1974) – ★★★+
Obwohl der Film zwischen Slapstick und Thriller schwankt, fühlte ich mich durch den gelungenen Klamauk und die schrulligen Charaktere wie Scaramanga und Schnickschnack besser unterhalten als beim Vorgänger. Die exotischen Drehorte und der trockene Humor überdecken die Schema-F-Story und machen ihn für mich zu einem kurzweiligen Bond.
Der Spion, der mich liebte (1977) – ★★★★½
Dieser bildgewaltige Bond setzt mit seinem legendären Base-Jump-Stunt und dem ikonischen Lotus Esprit neue Maßstäbe, während Roger Moore hier seine bisher beste Leistung abliefert. Dank der starken Gegenspieler Stromberg und neben Oddjob dem wohl besten Henchman Beißer sowie einer Triple X auf Augenhöhe landet der Film bei mir in den Top 3 meines bisherigen Rankings.
Moonraker (1979) – ★★★½
Obwohl die Action und das Setting ins Absurde abdriften, unterhält der Film vor allem dank der Rückkehr des Henchman „Beißer“ und einiger kreativer Sequenzen wie der Venedig-Verfolgung. Man merkt jedoch deutlich, dass die Reihe hier auf den damaligen Star Wars-Hype aufspringen wollte, was die Handlung oft in sehr bizarre und überzogene Sphären abdriften lässt. Unterhaltung selber war aber schon ganz nett, wie gesagt ohne Beißer wäre der Film deutlich schlechter aus meiner Sicht.
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