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BR2, 23:05 Uhr Nachtmix Mit Ralf Summer
Pop-Journalismus in Deutschland
Erika Thomalla und Michael Reinboth im Gespräch
„Gegenwart Machen – eine Oral History des Pop-Journalismus“ – so heißt das neue Buch der Münchner Literaturwissenschaftlerin Erika Thomalla. Es bringt uns in lesenswerten Roundtable-Gesprächen die Blütezeit deutscher Pop-Magazine zurück. Entstanden aus den alternativen Stadtmagazinen der 70er, oft mit anglo-amerikanischen Vorbildern, entwickelte sich in den Grossstädten dank Punk & New Wave eine eigene Musik – mit angeschlossener Medienszene. Sounds, Mode & Verzweiflung, Elaste, Spex, Titanic, Wiener, Tempo… hießen die Magazine und brachten neben der neuen Musik der 80er auch eine neue eigenwillige Sprache mit. „Man schrieb Pop“, wie Hans Nieswandt im Vorwort schreibt. „Das Kleine groß und das Große klein machen“, lautete ein Credo der Pop-Journaille. Thomalla und Michael Reinboth, Mitgründer des Elaste-Magazins, sprechen in dieser „Zündfunk“-Stunde über den deutschen Pop-Journalismus – der mit der Print-Krise in Papierform fast verschwunden ist. Die wenigen verbliebenen Musikmagazine sind meist Service-orientierte Hefte oder spezialisierte Nischenprodukte, die keine breitere Öffentlichkeit erreichen. Auch Social Media hat seinen Teil dazu beigetragen, dass keine Popmagazine mehr gemacht beziehungsweise gekauft werden. Laut Reinboth gibt es in Europa nur noch acht richtige Pop-Magazine – es waren mal 40-50. Und: „heute kommen keine Bands mehr aufs Cover, nur mehr Einzel-Artists, ’one-facer’ heisst der Trend.“ Dass er recht hat, sieht man zum Beispiel beim Musikexpress: Coverstory Januar sind Radiohead. Wer ist auf dem Cover des Blattes? Nicht alle fünf Musiker der Gruppe, sondern Sänger Thom Yorke allein.“
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