Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

#12587717  | PERMALINK

gypsy-tail-wind
Moderator
Biomasse

Registriert seit: 25.01.2010

Beiträge: 69,788

California Three – Windows | Ich vermische die Nachlese mit den letzten Alben, die noch auf dem Hörstapel liegen … das hier hab ich durch puren Zufall entdeckt, es gibt ein CD-Reissue aus Japan von 2020, das gestern zum ersten Mal lief. Das ist dann nochmal ein Piano-Trio mit Donald Bailey, aufgenommen im Studio in Tokyo im Juli 1978 für Trio und mit einem Cover, das irgendwo zwischen CTI und ECM positioniert ist. Im Trio spielen neben Bailey auch der Pianist Dwight Dickerson (*1944) und der Bassists Harvey Newmark (finde keine Lebensdaten, wohl auch so zweite Hälfte der Vierziger geboren?). Das ist ein Post-Evans-Trio mit geradezu klassischem Repertoire: „My Romance“, „Yesterdays“ und „Solar“ zum Einstieg, bevor Seite 1 mit dem Titelstück von Chick Corea endet. Auf Seite 2 gibt es „Alice in Wonderland“, „Body and Soul“, Eddie Harris‘ „Freedom Jazz Dance“ und als Closer „Blue Monk“. Fas alles hier wirkt 1978 bereits „klassisch“, dennoch klingt das nicht zuletzt dank Baileys unkonventionellem Spiel sehr frisch, Evans‘ Lyrismus vermischt sich mit etwas zupackenderen Ansätzen (eben: man hat auch Corea gehört, mit Tjader gespielt, kann Latin-Rhythmen und was man in L.A. damals halt alles so drauf haben musste).

Newmark und Dickerson kriege ich noch nicht recht zu fassen. Der Bassist spielte mal mit Buddy Rich und Buddy DeFranco in seiner Band, gehört(e) aber auch lange zum Long Beach Symphony Orchestra (klick), seine Credits reichen von Cal Tjader, Frank Strazzeri, Dave Pike oder Harry Edison über Anita O’Day und Carmen McRae zu Neil Diamond, Townes Van Zandt und einer gewissen Tania, die „Dock of the Bay“ und andere Klassiker im Psychedelic-Folk-Gewand singt (klick). Dickerson hat mit Charles Owens, Gene Ammons, Leroy Vinnegar, Benny Powell, Henry Franklin, Red Holloway, Bobby Hutcherson, Nick Brignola und ebenfalls Anita O’Day aufgenommen – und ist auf einem Comeback-Album von Bev Kelly von 1979 dabei (klick) – da kommt viel zusammen, aber von ein paar Ausnahmen von Newmark abgesehen kaum etwas, was mir bisher begegnet wäre.

Auf dem Rückcover ist Kalifornien dann eher zu erahnen:

--

"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba