Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Eine Frage des Stils › Blue Note – das Jazzforum › Das Piano-Trio im Jazz › Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz



davis, crump, mcpherson [borderlands trio], asteroida (2016)
crispell, gramss, ditzner, free flight (2010)
sanchez, formanek, hart, sparkle beings (2021)
drei pianistinnen, die sich kennen – sanchez und crispell haben ein duoalbum auf davis‘ label veröffentlicht, sanchez und davis auch schon im duo gespielt. diese drei trioaufnahmen aus den letzten 15 jahren sind aber sehr unterschiedlich. das borderlands trio setzt auf lange freie bewegungen, die immer wieder auch schräge grooves bilden; crispells freiflug ist eine art suite, die von der attacke aus in immer harmonischere gefilde führt, um schließlich mit fred herschs ballade „valentine“ zu münden; sanchez dagegen bewegt sich introvertiert und eigen durch freies und fremdes material zu den freundlich-störrischen drums von billy hart, die sie am ende in eine euphorische ellington-messe treiben: the sleeping lady and the giant that watches over her (weswegen ich die cd immer in griffweite habe, ich habe durch sie ellingtons latin-america-suite entdeckt). alle drei pianistinnen haben eine ausgeprägte neigung zur perkussion, greifen in drähte, sind immer kurz vor dem groove – und doch ereignen sich ausgesprochen harmonisch-schöne momente auf diesen alben, die auch stehen bleiben dürfen. studio-recherche, live-momentum, album-dramaturgie. zusammen ein ziemlich umfassender einblick in die gegenwart des klaviertrios im jazz.
--