Antwort auf: America – Homecoming (1972)

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oiseau

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Ventura Highway *****
=> Hat so ein melancholisches Freiheitsgefühl an sich, was ich sehr mag. Fernab dessen auch eine gute Nummer.

To Each His Own ****
=> Gewohnt zartbeseitete aber gute Piano Ballade von Beckley. Musikalisch interessant ist hier sicherlich der hintere Refrainteil, der jeweils aus zwei 3/4 Takten besteht, ansonsten in 4/4 gehalten. Nach dem Bridge Teil wird der Refrain bis zum Ende hin wiederholt und einige Instrumente hinzugefügt. War B-Seite von Don’t Cross The River.

Don’t Cross The River ****1/2
=> Die vermutlich countrylastigste Single von ihnen, geschrieben und gesungen vom 2011 verstorbenen Dan Peek. Besonders überzeugend sind hier für mich die Stimmharmonien, auch textlich nicht verkehrt.

Moon Song ****1/2
=> Diesen Song hatte ich vor vielen Jahren zum ersten mal bei ihrem für mich persönlich legendären TV Auftritt im „Musikladen“ gesehen und war direkt angetan. Vom Aufbau her eher etwas ungewöhnlich, beginnt als fast schon verträumtes Stück mit Stimme und wird dann ab der Mitte zu einem verspielten Rock-Instrumental. Am Ende hört man rückwärts abgespielte Stimmen, die vorwärts abgespielt „All good men come to the aid of their country“ bedeuten sollen.

Only In Your Heart ****
=> Etwas brav geraten und kommt an ähnliche Kompositionen von Beckley nicht ganz heran. Der Abschluss gefällt mir auch ganz gut.

Till The Sun Comes Up Again ****1/2
=> Für mich die beste Gerry Beckley Nummer vom zweiten America Album. Wunderschöne Stimmung durchzieht den Song und auf die Prise Kitsch wird diesmal im Refrain verzichtet. Drums spielte hier Gary Mallaber von der Steve Miller Band ein.

Cornwall Blank ****
=> Musikalisch ähnlich ausschweifend wie Donkey Jaw vom Voralbum. Stimmharmonien aus meiner Sicht nicht ganz so gelungen wie auf besagtem Titel.

Head & Heart ***
=> Ist zwar soweit auch ganz okay, aber würde ich leider als Schwachpunkt des zweiten Albums sehen. Lead Vocals wechseln zwischen den drei Bandmitgliedern, was sicher ganz nett gemacht ist. Im Original erschienen auf dem 71er Album Bless The Weather von John Martyn.

California Revisited ****
=> Melodisch nichts besonderes, rockt allerdings ordentlich. Mag die Version aus der Aufzeichnung vom Musikladen (Radio Bremen 1975) noch mehr.

Saturn Nights ****1/2
=> Dieses Piano Stück von Dan Peek zeigt, dass alle 3 Bandmitglieder sehr gute ruhige Kompositionen im 5er Bereich zustande brachten. Am Ende vielleicht etwas zu repetitiv, aber trotzdem eine richtig gute Nummer.

Gesamt: * * * * +
Mit ihrem Zweitwerk Homecoming knüpfen America für mich nahtlos an die Qualität des Debüts an und liefern mit Ventura Highway direkt einen meiner absoluten All-Time-Favoriten ab, der dieses unnachahmliche Freiheitsgefühl perfekt einfängt. Besonders beeindruckt mich hier die Vielseitigkeit, von Dan Peeks countrylastigem Don’t Cross The River bis hin zum experimentelleren Moon Song, der durch seinen ungewöhnlichen Aufbau und die Rückwärts-Effekte hängen bleibt.

Auch wenn mit dem John-Martyn-Cover Head & Heart ein kleiner Durchhänger dabei ist, bleibt das Album für mich ein Paradebeispiel für erstklassiges Songwriting und harmonische Tiefe.

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